Main Data
Author: Silvia Götschi
Title: Rosenlaui Kriminalroman
Publisher: Emons Verlag
ISBN/ISSN: 9783987070396
Edition: 1
Price: CHF 11.80
Publication date: 06/27/2023
Content
Category: Detective stories, thrillers, espionage
Language: German
Technical Data
Pages: 352
Copy protection: kein Kopierschutz
Devices: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
Ein mystischer Krimi aus dem Berner Oberland. Als am Fuß des Reichenbachfalls im Abstand von wenigen Tagen mehrere Leichen geborgen werden, denkt die Polizei zunächst an eine Reihe von Selbstmorden. Doch die Vorkommnisse werden zunehmend mysteriöser; es ist, als habe eine nicht greifbare Macht ihre Finger im Spiel. Erste Hinweise bringen Maximilian von Wirth und Federica Hardegger in ein Sanatorium, in dem ein Arzt zweifelhafte Heilungsmethoden anwendet. Die rätselhafte Spur führt bis hinauf zur Rosenlauischlucht - und in tödliche Gefahr.

Silvia Götschi, Jahrgang 1958, zählt zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen der Schweiz. Ihre Krimis »Einsiedeln« und »Bürgenstock« landeten auf dem ersten Platz der Schweizer Taschenbuch-Bestsellerliste und wurden mit dem GfK No 1 Buch Award ausgezeichnet. Sie hat drei Söhne und zwei Töchter und lebt heute mit ihrem Mann in der Nähe von Luzern. www.silvia-goetschi.ch
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EINS

Bei Maximilian von Wirth herrschte seit Tagen Flaute. Seit eine zugewanderte Detektei mit dem Firmennamen »Fast & Cheap Solutions« ihre Türen kaum zweihundert Meter neben seinem Büro in Hergiswil geöffnet hatte, blieben bei ihm die Mandanten aus. Das konnte auch Zufall sein. Vielleicht gaben die Leute einfach weniger Geld für Privatermittlungen aus, oder es lag daran, dass die Welt freundlicher geworden war. Oder es war das Sommerloch, das sich in diesem Jahr früher bemerkbar machte als sonst. In der Regel häuften sich die Anfragen im Herbst wieder, wenn die Leute aus den Ferien zurück waren und manche Beziehung drohte in die Brüche zu gehen, weil ein Ferienflirt ernst geworden war.

Max’ Handy klingelte schrill wie die Glocke eines Bakelit-Telefons. Er meldete sich nicht, war nicht motiviert, ein Gespräch entgegenzunehmen. Er ließ es klingeln und durchschritt gedankenverloren das Wohnzimmer. Fede beanspruchte heute und morgen für sich, weil ihre Kuh Mimi das zweite Mal gekalbert hatte. Nachdem der erste Wurf kurz nach der Geburt gestorben war, wollte sie diesmal kein Risiko eingehen. Sie hatte den Veterinär bestellt und alles Nötige vorbereitet. Wenn das Kalb das Licht der Welt erblickte, sollte es weich landen, im frischen Heu.

Vor einigen Minuten hatte Fede in einerSMS geschrieben, Kuh und Kalb gehe es gut. Nach Max’ Befinden hatte sie nicht gefragt. Na ja, seit dem Vorfall in Gstaad stand er bei seiner Freundin an zweiter Stelle.

Er betrat den Balkon und sah hinunter auf den Vierwaldstättersee, der im abendlichen Licht schimmerte. Boote warfen weiß-bunte Sprengsel darauf. In fünf Tagen würde die Sonne den Höchststand überschreiten. Dann ging es wieder bergab und dem Winter zu, was die hohen Temperaturen Lügen straften. Es war bereits neun und noch immer über fünfundzwanzig Grad. Selbst der Schatten, den der Pilatus auf das Dorf warf, brachte keine Abkühlung.

Max ließ das Handy weiter läuten. Anonym. Solche Anrufe ignorierte er. Diese waren schlimmer als die Belästigung durch sogenannte Callcenter, die ihn zu den unmöglichsten Zeiten erreichten und ihm Versicherungen, Wein oder die ultimative Potenzpille verkaufen wollten. Der Anrufer ließ nicht locker. Er war beharrlich. Max fuhr mit dem Finger über den Touchscreen und meldete sich.

»Herr von Wirth? Bin ich richtig?« Die Stimme wie ein Bariton. »Mein Name ist Sandro Anderegg. Sie sind doch Detektiv, oder?« Er wartete eine Antwort nicht ab. »Ich benötige Ihre Hilfe.«

»Wissen Sie eigentlich, wie spät es ist?« Max dachte an die letzten Wochen, in denen er froh um jeden seriösen Anruf gewesen wäre. Tagsüber, selbstverständlich. Jetzt war Freitagabend, und das Wochenende stand bevor.

»Ich … beziehungsweise mein Bruder steckt in argen Schwierigkeiten.« Mit diesem Satz entkräftete er Max’ Zweifel. »Es tut mir leid, wenn ich Sie störe. Aber Sie wurden mir empfohlen.«

»Von meiner Mutter?«, entglitt es Max laut und unbedacht. Es gab nur diese Möglichkeit. Milagros besorgte die lukrativen Fälle und löste sie auch noch, wenn Max ehrlich mit sich selbst war. So gesehen, war aus der Detektei von Wirth, die er mit Fede betrieb,

 
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