Main Data
Author: Maud Ventura
Title: Der Rache Glanz Roman
Publisher: Hoffmann und Campe
ISBN/ISSN: 9783455020182
Edition: 1
Price: CHF 17.90
Publication date: 10/14/2025
Content
Category: Contemporary literature (from 1945)
Language: German
Technical Data
Pages: 448
Copy protection: Wasserzeichen
Devices: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
Sie muss berühmt werden - dafür ist sie zu allem bereit Cléo weiß schon früh, dass sie den fürchterlich durchschnittlichen Verhältnissen, in denen sie aufwächst, entkommen will. Spätestens als sie bei einer banalen Modenschau von einer Mitschülerin ausgestochen wird, reift in ihr die Erkenntnis, dass sie sich rächen muss. Ihre Vendetta heißt: Berühmt werden. Als Popsängerin. Unerbittlich arbeitet Cléo jahrelang an ihrem Timbre, ihren Lyrics, ihrem Charisma, überhaupt an ihrer Außenwirkung bis ins winzigste Detail. Immer obsessiver verfolgt sie ihr einziges Ziel, geht dabei immer strenger mit sich selbst ins Gericht. Und während sie dem Weltruhm näher kommt, steigt der Preis dafür ins Unermessliche.  Der Rache Glanz ist ein mitreißender, messerscharfer Roman über unsere dem blendenden Glanz des schönen Bilds verfallene Zeit und Maud Ventura eine der aufregendsten französischen Autorinnen ihrer Generation. »Jede Seite ein Peitschenhieb.« Libération »Herrlich bissig - beeindruckend!« Le Telegramme »Ein Volltreffer.« People

Maud Ventura, geboren 1992, ist eine französische Autorin. Ihr Debütroman Mein Mann, mit dem Prix du Premier Roman ausgezeichnet, wurde in Frankreich zum meistverkauften Debüt des Jahres 2021 und zu einem Best- und Longseller-Phänomen. Auch ihr zweiter Roman Der Rache Glanz sorgt seit seinem Erscheinen 2024 für viel Furore: »Jede Seite ein Peitschenhieb!«, urteilte u.a. die Libération. 
Table of contents

Drei Wochen auf einer einsamen Insel mitten im Pazifischen Ozean. Ohne Wasser und Strom, ohne jeden Kontakt zur Außenwelt. Genau diese Art von Fantasie kann man sich als Celebrity einfach kaufen. Wenn man alles hat, muss man bei der Wahl des Sommerurlaubs schon ein bisschen Einfallsreichtum beweisen.

Gestern habe ich zehn Stunden in einem Privatjet gesessen. Wir landeten in der Nähe von Tahiti oder den Fidschi-Inseln, vielleicht war es auch Hawaii. Ich stieg in ein anderes Flugzeug um, und dann in ein Wasserflugzeug. Eine Stunde später tauchte die Insel auf: ein in den unendlichen Weiten verlorenes Atoll.

 

Wasser, so weit das Auge reicht, weißer Sand, prächtige Lagunen, ich spaziere durch eine Postkartenidylle. Schwärme von Seevögeln legen am Strand einen Zwischenstopp ein, die Natur ist üppig, man ahnt, dass es hier oft heftig gießt, die Regenwasserzisterne ist voll. Kokospalmen, Bananenstauden, Orangenbäume, verhungern werde ich hier nicht. Den Blick in die Ferne gerichtet, suche ich den Horizont nach Land, nach einem Ankerpunkt ab. Es gibt keinen.

In den nächsten drei Wochen wird mein einziger Unterschlupf eine Hütte am Strand sein. Sie ist bezaubernd, auf Pfeilern errichtet, hat eine Terrasse mit Blick auf den Ozean. Die hohe, schräge Holzkonstruktion stützt ein Dach, das mit den geflochtenen Blättern tropischer Pflanzen gedeckt wurde. Darin nur ein spärlich möblierter Raum: ein einfaches Bett, eine Kommode, ein Tisch, zwei Stühle. Die Vorräte befinden sich in einem Schrank: Reis, Obst, getrockneter Fisch, Wurzelknollen, Konservendosen, hundert Liter Mineralwasser. Ich öffne die Schubladen, um meine Inventur zu vollenden, breite die magere Beute auf dem Boden aus: ein Kocher, zwei Gasflaschen, Schwimmflossen, eine Tauchermaske, eine Taschenlampe, eine Machete, eine Streichholzschachtel, eine Fliegenklatsche, ein Wasserfilter, eine Angelschnur, ein Globus, eine Bibel. Kahle Wände, keinerlei Dekoration, keine Uhr, kein Spiegel. Ziemlich rustikal für einen500000-Dollar-Urlaub. Aber das ist ja kein Geheimnis: je teurer, desto wenigerWLAN. Ich zahle einen hohen Preis, um mitten im Nirgendwo zu sein, unerreichbar für Blicke, Handys und die Kameraobjektive der Paparazzi – und die unablässige Inanspruchnahme durch meine Crew. Dieses Jahr mache ich mir das schönste Geschenk überhaupt: Sie können mir alle mal den Buckel runterrutschen.

Vor sechs Monaten erfuhr ich zum ersten Mal von dieser Insel. An dem Abend hatte ich einen mit Spannung erwarteten Auftritt auf dem Fest nach der Preisverleihung, bei der ich wieder einmal groß abgeräumt und eine Dankesrede nach der anderen gehalten hatte. Kurz zuvor hatte ich, Trophäe in der Hand, viermal meinem Publikum gedankt, mit zitternder Stimme und Tränen in den Augen. Das ist das Erste, was man lernen muss: auf Befehl zu weinen. Man weiß ja, wie der Hase läuft. Man muss so tun, als sei man gerührt und aufgeregt, im Triumph bescheiden bleiben, allen weismachen, dass man seine Musik nur für die Fans macht, sich bei den Teams im Hintergrund bedanken und dabei eine lange Liste von Namen aufzählen, die niemandem irgendetwas sagen.

Natalie Holmes steht bei der After-Show-Party an der Bar, einen Champagnerkelch in der Hand. Ich habe sie schon über ein Jahr nicht mehr gesehen, ein Jahr, in dem viel los war: Trennung, Verrat, Medienrummel, Dramen, triumphaler Release des dritten Albums. Natalie Holmes und ich hatten früher eine Handvoll gemeinsamer Freunde, aber diese Freunde wurden zu Feinden, daher könnte ich drauf wetten, dass sie so tun wird, als hätte sie mich nicht gesehen, den Blick auf ihre Jimmy-Choo-Pumps gesenkt. Wette verloren. Sie kommt mit einem breiten Lächeln auf mich zu. Es ist schon verrückt, wie schnell der Erfolg alte Feind

 
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