Main Data
Author: Amy Ewing
Title: So wie du mich siehst Roman
Publisher: Atlantik Verlag
ISBN/ISSN: 9783455018387
Edition: 1
Price: CHF 15.20
Publication date: 11/07/2024
Content
Category: Contemporary literature (from 1945)
Language: German
Technical Data
Pages: 352
Copy protection: Wasserzeichen
Devices: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
Die New Yorker Fotografin Cordelia reist für einen Sommer auf eine irische Insel. Als sie bei ihrer Ankunft den pittoresken Hafen fotografiert, stößt ein Mann sie an, und die Kamera, ein Geschenk ihres Vaters, fällt und zerspringt. Der achtlose Kerl versteht Cordelias Unglück nicht. Wie sollte er auch: Niall, ein Koch, ist gerade mit gebrochenem Herzen auf seine Heimatinsel zurückgekehrt, ein kaputter Gegenstand erscheint ihm da als Lappalie. Zuerst. In der nächsten Zeit haben Cordelia und Niall mehr miteinander zu tun, als sie ahnen konnten - und sind dabei glücklicherweise umgeben von Menschen, die besser als sie selber wissen, wie man dem Leben und der Liebe wieder auf die Sprünge hilft...

Amy Ewing, in einer Kleinstadt bei Boston in einer Buchhändlerfamilie aufgewachsen, hat Kreatives Schreiben studiert. Ihre Young-Adult-Romane sind in den USA und international regelmäßig Bestseller. In Deutschland standen die einzelnen Bände ihrer Juwel-Reihe jeweils mehrere Wochen in Folge auf der Spiegel-Bestsellerliste. So wie du mich siehst ist Ewings erster Roman für Erwachsene. Sie lebt mit ihrem Rettungshund Sam und mehr Büchern als sie Regalplatz hat in New York.
Table of contents

1


»Meine Damen und Herren, willkommen in Dublin. Die Ortszeit ist8:45 Uhr. Bitte bleiben Sie noch so lange sitzen, bis die Anschnallzeichen erloschen sind.«

Cordelia rieb sich die übernächtigten Augen und spähte durch das kleine ovale Fenster, während das Flugzeug zum Gate kroch. Der Himmel über ihr war mit dünnen grauen Wolken bedeckt, die aussahen, als könnten sie jeden Augenblick aufreißen und die heiteren Strahlen der Juni-Sonne durchlassen. Aber noch war das Wetter so gedämpft und wechselhaft wie ihre Gefühlslage.

Als sie amJFK ins Flugzeug gestiegen war, hatte sie sich auf Irland gefreut, aber jetzt zog sich ihr Magen zusammen. War es vielleicht doch ein Fehler gewesen? Ihr Zuhause, ihre Freunde, alles in New York zurückzulassen? Einen ganzen Ozean zu überqueren, um den Sommer auf einer winzigen Insel mitten im Nirgendwo zu verbringen? Als sie die Entscheidung vor Wochen getroffen hatte, war es ihr wie eine einmalige Gelegenheit erschienen.

»Du brauchst eine Auszeit«, hatte ihre beste Freundin Liz eines Nachmittags erklärt, als Cordelia bei ihr auf dem Sofa saß und die Fotos durchging, die sie an diesem Tag im West Village geschossen hatte.

»Mir geht’s gut«, hatte Cordelia behauptet, obwohl jede einzelne ihrer Aufnahmen ganz falsch war – als hätte sie die Grundregeln vergessen, die Dreierregel, den negativen Raum, alles, was ein Foto interessant machte.

»Cord, wenn dein Stirnrunzeln noch tiefer wird, bleibt es für immer. Du solltest irgendwo auf eine Insel fahren«, hatte Liz gesagt. »Eine Weile raus aus New York. Am Strand leben. Bunte Cocktails schlürfen. Wann hast du dich das letzte Mal so richtig amüsiert? Oder irgendwas gemacht, das nichts mit Fotografie zu tun hatte?«

Das war nicht fair, dachte Cordelia. Liz wusste besser als irgendjemand sonst, wie schwer die letzten zwei Jahre für sie gewesen waren.

Früher war sie so selbstbewusst gewesen – Cordelia James, Straßenfotografin. Star ihrer Abschlussklasse an der School of Visual Arts, ihr Mentor der große Philip Watson. Tagelang lief sie mit ihrer Kamera durch die Straßen von New York, um den richtigen Moment einzufangen und auf ihrem beliebten Instagram-Account zu teilen. Und mit dieser Beliebtheit kam auch der finanzielle Erfolg: eine Ausstellung in einer Galerie in Chelsea, wo reiche Hausfrauen ihre Bilder kauften, die verzweifelt etwas Cooles und Trendiges für ihre Wände suchten. Und ein Vertrag für einen Bildband:New York Minute hieß er. Er verkaufte sich einigermaßen, doch der Verlag zeigte nie Interesse an einem weiteren Buch.

Und dann starb Cordelias Vater. Ihr größter Fan und Fürsprecher. Er hatte ihre Liebe zur Kunst geweckt, sie in ihrem Traum bestärkt, Fotografin zu werden, und nie verlangt, dass sie sich einenrichtigen Job suchte, womit ihre Mutter ihr immer in den Ohren lag. Sein Tod kam brutal plötzlich. Einen Tag zuvor schrieb er noch, dass er Karten für das jüngste way-Revival besorgen wollte, und dann war er einfach … tot. Ein Hirnaneurysma. Mitten in seinem Shakespeare-Einführungskurs.

Monatelang brachte Cordelia es nicht über sich, eine Kamera in die Hand zu nehmen.

Als sie endlich aus dem Ozean der Trauer auftauchte und sich in die Normalität zurückkämpfte, war Philip nach Chicago gezogen, die Galerie hatte sich anderen aufstrebenden Künstlern

 
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