: Stephan Steinthal
: Arena'89 Blut für die Quote
: Books on Demand
: 9783819260032
: '89
: 4
: CHF 4.40
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 342
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Stell dir vor, dein Schmerz ist Einschaltquote. In einer Stadt, in der die Arena alles ist: Regierung, Wirtschaft, Kontrolle und Show, kämpft Reva ums Überleben. Ihr Leid ist Währung, ihre Angst Unterhaltung. Über das Feel-Link-System spüren Millionen Zuschauer jeden Schlag, jeden Stich, jedes Beben ihres Herzens live. Je stärker sie leidet, desto höher steigt die Quote. Aber Reva will keine Heldin sein. Sie will nur genug verdienen, um ihre Familie zu schützen. Doch was als Anpassung beginnt, wird zu einem stillen Aufbegehren. Zwischen Inszenierung und Überwachung wächst ihr Wunsch, dem System ins Herz zu greifen, als Auctora, Symbol und Waffe zugleich."Arena'89 - Blut für die Quote" ist der erste Band einer dystopischen Trilogie über Kontrolle, Schmerz und die Frage, was Wirklichkeit noch wert ist, wenn Unterhaltung wichtiger wird als alles andere. Die Arena ist nicht nur ein Ort, sie ist ein Gefängnis, vor allem für jene, die zuschauen. Inspiriert von Hunger Games, Spartacus und 1984 erzählt diese Geschichte von einer Welt, die längst vergessen hat, dass es mehr gibt als das Spektakel zur Primetime. Mit jedem Teil öffnet sich der Blick ein Stück weiter: auf die Mechanismen dahinter, auf die Lügen, auf das, was bleibt, wenn der Applaus verstummt. Bis man merkt, dass man längst selbst Teil der Show ist.

Stephan Steinthal ist ein deutscher Indie-Autor und schreibt Dystopien und Soft Science-Fiction. Seine Geschichten verbinden Spannung, klare Bilder und unerwartete Wendungen mit einer Metaebene, die mehr als nur unterhalten soll. Schon früh hat er Geschichten geschrieben und in Foren geteilt. Damals noch ohne Plan und ohne Anspruch. Einfach aus Freude am Erzählen. Heute ist daraus ein wiederentdecktes Hobby geworden: mit dem Ziel zu unterhalten, aber auch anzuregen. Mit ARENA'89 veröffentlicht er seine erste große Trilogie. Die dystopische Reihe entwirft eine düstere Zukunftsvision, in der Schmerz zur Ware wird und Unterhaltung zur moralischen Grauzone. Dabei verbindet er Spannung mit Medienkritik, getragen von einer starken Protagonistin. Science-Fiction ist für ihn ein Spielfeld. Ein Ort, an dem sich Technik und Philosophie berühren. Was ihn dabei reizt? Sich in eigenen Welten zu verlieren, Twists zu bauen, die überraschen und Geschichten zu erzählen, die im Kopf bleiben, auch nachdem man die letzte Seite zugeschlagen hat.

Die Pitborn aus Sektor VII


Der Geruch nach abgestandenem Schweiß und billigem Fusel brannte in Revas Nasenlöchern. Sie blinzelte den Schweiß aus ihren Augen, während das flackernde Neonlicht des improvisierten Rings in Sektor VI sie blendete. Die versammelte Menge drängte sich um den mit Seilen abgesperrten Bereich, Körper an Körper, Gesichter verzerrt von Gier und Erwartung.

Reva spürte die kalten Betonplatten unter ihren nackten Füßen. Das Stimmengewirr der Zuschauer verschmolz zu einem einzigen, hungrigen Brüllen. Überall wechselten Credit-Chips die Besitzer, begleitet von aggressiven Gesten und geflüsterten Wetten.

Ein schmieriger Mann mit fettigem Haar und einem verstärkten Kehlkopfimplantat trat in die Mitte des Rings. Das Publikum verstummte.

»Und jetzt, ihr Ratten von Sektor VI, unser Hauptkampf! Der Schlächter gegen die Pitborn!«

Die Menge explodierte in Jubel und Buhrufen. Revas Gegner betrat den Ring – ein bulliger Mann, mindestens einen Kopf größer als sie, mit einem Gesicht, das von Narben übersät war wie eine zerschlagene Landkarte. Seine Muskeln glänzten unter den flackernden Lichtern, während er die Arme hob und die Menge anheizte.

Er drehte sich zu Reva und verzog sein vernarbtes Gesicht zu einem spöttischen Grinsen.

»Ein Mädchen? Soll das etwa ein Witz sein?«

Reva ballte ihre Hände zu Fäusten, spürte die Hornhaut an ihren Knöcheln. Die Narben ihrer früheren Kämpfe, ihre stillen Begleiter.

»Unterschätz mich nur. Das machen sie alle«, flüsterte sie zu sich selbst.

Der Gong ertönte – ein rostiger Metallbehälter, gegen den jemand schlug.

Der Schlächter stürmte auf sie zu, schneller als sein massiger Körper vermuten ließ. Sein erster Schlag traf Reva an der Schläfe. Sterne explodierten vor ihren Augen. Der zweite Treffer la