: Richard Oliver Schulz
: Sinn und Botschaft der Bibel und die Grundlagen einer autonomen Moral
: Books on Demand
: 9783695780174
: 1
: CHF 5.00
:
: Religiöse Schriften, Gebete, Gesangbücher, relig. Meditationen
: German
: 566
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In diesem Buch versucht der Autor nachzuweisen, dass die gesamte Bibel aus einem einheitlichen, in sich widerspruchslosen Geist verfasst ist, in welchem göttliche Liebe (Agape) und Gerechtigkeit vollkommen übereinstimmen. Es wird aufgezeigt werden, dass die Apokalypse in einer stufenweisen öffentlichen Enthüllung der grundsätzlichen Bosheit der Weltmächte und ihrer Ermächtigungen besteht, über die und gegen deren phasenweise immer größer werdenden Widerstand der auferstandene Messias seinen Siegeszug führt. Darüber hinaus wird deutlich werden, dass jede Form organisierter Religion auf einer heteronomen Moral gründet, die der Verwandlung des inneren Menschen durch die Liebe zum Messias Jesus entgegengerichtet ist, und dass die von Immanuel Kant auf dem Wege des Humanismus und der Vernunft angestrebte autonome Moral allein auf der Basis dieser allmählichen inneren Verwandlung möglich ist. Schließlich wird auf Fehlhaltungen und Irrtümer religiöser und kirchlicher Organisationen eingegangen und ihnen die wahre Bedeutung der biblischen Prophetien für unsere Zeit entgegengehalten werden.

Richard Oliver Schulz, geboren 1959 in Karlsruhe, studierte Psychologie und Philosophie in Trier und Humanmedizin in Homburg/Saar. Er arbeitet als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Diplom Psychologe.

Vorwort


In diesem Buch bemühe ich mich, aufzeigen, dass die biblischen Schriften entgegen bisheriger Auslegungen durch vor allem evangelikal orientierte Theologen nicht etwa, wie von Gegnern unterstellt, inhuman und tyrannisch, sondern in Anbetracht einer gefallenen Welt sogar im tiefsten Sinne human sind, ja das Menschlichste des Menschlichen hervorheben. Es wird auch aufgezeigt werden, dass die verschiedenen christlichen Sekten und Glaubensdenominationen beinahe allesamt diesem biblischen Geist widersprechen, indem sie den ursprünglichen biblischen Gehalt in sein Gegenteil verkehren und somit ein groteskes Zerrbild der Wahrheit über Gott, seine Gerichte und seinen Plan liefern. Zu dem tief menschlich-empathischen Geist der biblischen Schriften, der erst durch das Neue Testament enthüllt wird, gehört auch, dass schlimme Verbrechen nicht etwa unter den Tisch gekehrt, sondern entsprechend bestraft werden. Echte Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die nicht vor dem Tod gesühnt wurden, schließen vom Reich Gottes aus. Dies ist eine klare Aussage der Bibel. Eine Laissez-faire-Gesellschaft, die brutale Verbrechen gegen die Menschlichkeit verharmlost und mit Bagatellstrafen von wenigen Jahren Dauer belegt, während sie den Opfern keine Hilfe bietet, ja diese im Gegenteil durch solche Akte angeblich milder Gerechtigkeit zutiefst verhöhnt, ist nicht etwa gerechter und humaner als die mittelalterliche Gerichtsbarkeit, sondern im tiefsten Sinne ungerecht und inhuman zu nennen. Demgegenüber kündigen die biblischen Schriften dem Verbrecher gegen die Menschlichkeit eine überaus qualvolle und langwierige Strafe und Läuterung an. Diese gleichsam erzwungene, schmerzliche Läuterung ist keine diesen Verbrechern von Gott äußerlich auferlegte Maßnahme, sondern ergibt sich aus der inneren Bedeutung ihrer Taten, die mit einer tiefgreifenden Verzerrung der im Menschen verankerten göttlichen Wahrheit zusammenhängt und naturgemäß vom Reich Gottes und seiner Gemeinschaft ausschließt. Im biblischen Sinne ist der Mensch ein selbstverantwortliches, auf Verantwortung angelegtes, Antwort gebendes und dialogisierendes Wesen und schafft sich infolgedessen selbst genau diejenige innere Welt, auf die er sich selbstverantwortlich, unter Einsatz seines ganzen, inneren Strebens ausrichtet. Alle diejenigen modernen, sich zu Unrecht wissenschaftlich nennenden Auffassungen, die den Menschen als das einfache Produkt sozialer Faktoren und passiver Erbanlagen sowie unbewusster psychologis