Wir Menschen auf der Erde haben in unserer biologischen Entwicklung einen hohen Stand erreicht, der bei Tieren nicht in vergleichbarem Maße zu finden ist. Besonders kennzeichnend für uns ist die Fähigkeit, unsere eigene Existenz zu hinterfragen. Diese Reflexion geht weit über das hinaus, was unser Verstand mit seinen Sinnen erfassen kann. Gleichzeitig verlangt unser Verstand ständig nach Erklärungen für die vielen unerklärlichen Ereignisse. In allen Kulturen hat sich daher eine Vielzahl von Gottesvorstellungen entwickelt, die kaum vielfältiger sein könnten. Auch im Christentum gibt es keine einheitliche Vorstellung über das Wirken Gottes. Gespräche über dieses Thema enden häufig mit der Frage: „Glaubst du oder glaubst du nicht?“ Diese Frage ist jedoch eine unangemessene Vereinfachung.
Meine Antwort ist nicht einfach „ja“ oder „nein“, sondern vielmehr eine Darstellung meines Verhältnisses zu unserem gemeinsamen Gott. Nun sind wir beim Kern des Themas. Ich gestehe, dass ich mich bei dieser grundlegenden Frage auf einige Sätze stütze, die Günther Schwarz in seiner Veröffentlichung des Jesus-Evangeliums offengelegt hat. Es handelt sich um die „Wahren Worte von Jesus“, eine Sammlung von etwa 100 authentischen Überlieferungen, die direkt aus dem Munde Jesu stammen. Diese Sätze, die er seinen Jüngern verkündet hat, sind im gesamten Neuen Testament verstreut. Die Bibel stammt von verschiedenen Autoren und hat auch einige Übersetzungen in den letzten Jahrhunderten