: Becca S. Hale, Gabriella Queen, Mira Valentin
: Magic between the Pages Anthologie. 18 Fantasy-Geschichten
: Books on Demand
: 9783695797974
: 1
: CHF 2.50
:
: Fantasy
: German
: 280
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Worte sind mehr als nur Zeichen auf Papier. Viel mehr als das: Sie können Portale öffnen, Schicksale verändern und Magie freisetzen. Wenn man nur ganz fest daran glaubt ... Diese Anthologie versammelt 18 fantastische Geschichten über den Zauber der Worte, über Welten hinter den Seiten und über Figuren, die entdecken, dass manche Bücher lebendiger sind, als sie dachten. Jede Erzählung stammt aus einer anderen Feder, doch sie alle vereint eines: die Magie der Bücher. Begleite die Protagonist*innen an Orte, an denen Magie in den Wänden surrt, in verstaubte Buchhandlungen, deren Bücher Geheimisse flüstern, und in einen Zauberbuchladen, in dem selbst Satzzeichen deinen Verstand austricksen. Bist du bereit für Abenteuer mit magischen Wesen und zu erleben, wie aus geschriebenen Worten Wirklichkeit wird? Alle Erlöse dieser Anthologie fließen in die wichtige Arbeit von Stiftung Lesen, einer Organisation zur Leseförderung.

Becca S. Hale kommt aus einem beschaulichen Dorf im Süden Deutschlands. Ihr Herz schlägt für romantische Geschichten und fantastische Welten. Das Schreiben ist für Becca ein Zuhause - ein Ort, an dem sie ihren kreativen Drang ausleben und sich verlieren kann. Wenn sie nicht gerade an einer neuen Geschichte arbeitet, findet man sie vor dem Klavier, mit einem guten Buch oder Pinsel und Papier in der Hand.

JULIA C. SILBER

EIN DRACHELIEST


S eit siebzehn Tagen saß zwischen Regal 7B und dem Zeitschriftenarchiv ein Drache.

Er verhielt sich äußerst höflich, schwieg beim Lesen und bedankte sich, wenn die Bibliothekarin ihm neue Bücher brachte. Die Seiten blätterte er umsichtig mit der Spitze seiner Krallen um, roch an jedem Band, bevor er ihn aufschlug, und aus seinen Nüstern stiegen Rauchkringel, die gelegentlich Worte formten, welche jedoch niemand laut zu entziffern wagte.

Auch wenn sich der Drache durchaus an die allgemeine Besucheretikette hielt, war nicht zu leugnen, dass das Holz des Regals 7B sehr laut knarzte, wenn er sich bewegte, und dass die Lampe über ihm seit Tagen verrußt war.

Die Menschen in der Stadtbibliothek von Newcastleport begegneten dem Drachen daher mit Skepsis, doch niemand traute sich so recht, ihn darauf hinzuweisen, er möge doch bitte das Knarzen des Holzes oder das Einrußen der Lampe vermeiden.

Er schien zudem keine Anstalten zu machen, die Bibliothek wieder verlassen zu wollen. Niemand in Newcastleport hatte je beobachtet, dass er sich überhaupt aus dem Gang zwischen Regal 7B und dem Zeitschriftenarchiv fortbewegte, und noch weniger wusste jemand, wie er überhaupt dorthin gelangt war. Ging man des Nachts an der Bibliothek vorbei, so waren die Fenster hell erleuchtet und das Rascheln von Buchseiten war deutlich zu hören.

»Habt ihr überhaupt so viele Bücher, wie er liest?«, fragte der Bäcker am Morgen des achtzehnten Tages.

Die Bibliothekar