Werren hat etwas erlebt, worüber man kaum spricht. Er war dem Tod näher, als man sich vorstellen kann - und ist zurückgekehrt. Diese Nahtoderfahrung verändert alles: Zeit verliert ihren Sinn. Sinn wird zur Frage. Seitdem fühlt sich das Leben anders an. Schwerer. Tiefer. Zerbrechlicher. Als Kind verliert er zweimal das, was ihm Halt gibt. Vertrauen, Sicherheit und die Geborgenheit, die Kinder brauchen, werden ihm entrissen. Und währenddessen versucht Werren im Leben Halt zu finden. Der schwarze Atem kehrt jedoch immer wieder zurück - nicht bedrohlich, sondern wartend. Still. Geduldig. Dies ist eine poetische, eindringliche Geschichte über Verlust und Bindung, über das Dazwischen und über eine Liebe, die dem Leben das Gegengewicht gibt. Vielleicht ist es ein Märchen. Vielleicht ist ein Traum. Vielleicht ist es aber auch wahr. Sicher ist nur: Man schlägt dieses Buch nicht auf, ohne etwas darin zu finden, das bleibt.
Hilde Reich ist eine österreichischen Autorin. In ihren Büchern widmet sie sich den leisen, oft unausgesprochenen Erfahrungen des Menschseins - Verlust, Erinnerung, Liebe und den Momenten, in denen sich das Leben plötzlich verändert. Mit feinem Gespür für menschliche Gefühle erzählt sie Geschichten über das Dazwischen: zwischen Leben und Abschied, zwischen Kindheit und Erwachsensein, zwischen Angst und Hoffnung. In diesem Buch richtet Hilde Reich den Blick auf eine existenzielle Erfahrung - auf das Nahekommen an den Tod und auf das Weiterleben danach. Ihre Erzählweise verbindet eine ruhige, eindringliche Atmosphäre mit einer tiefen menschlichen Perspektive und lädt Leserinnen und Leser dazu ein, über Verletzlichkeit, Bindung und die Kraft der Liebe nachzudenken. Im Zentrum ihres literarischen Schaffens steht die Frage, was Menschen trägt, wenn Gewissheiten zerbrechen - und welche Geschichten bleiben, wenn Worte für das Erlebte kaum ausreichen. |