Teil 3 Kapitel 2
Im Tal von Valdagno erwachte die Natur in einer feierlichen Stille.
Noch hatte die Sonne die hohen Felsen der kleinen Dolomiten nicht ganz erreicht, doch ihr erstes Licht schob sich bereits über die Hügel und ließ die Wiesen am Ufer des Flusses Agno in einem zarten Goldgrün schimmern.
Der kleine Fluss führte nur wenig Wasser, und an einigen Stellen ragten runde Steine aus dem Bett hervor. Das klare Wasser glitt murmelnd um sie herum, als spiele es mit ihnen ein uraltes Spiel.
Über dem Fluss schwirrten bereits die ersten Vögel des Tages. Einige Bachstelzen hüpften zwischen den Schilfstängeln am Ufer umher, andere zogen in kleinen Bögen durch die frische Morgenluft. Ihr lebhaftes Zwitschern erfüllte das Tal, als begrüßten sie gemeinsam den neuen Tag.
Doch nicht alle Menschen, die sich in diesen frühen Stunden am Fluss aufhielten, kamen mit guten Absichten.
Matteo bewegte sich vorsichtig zwischen den niedrigen Weidenbüschen, die nahe am Wasser wuchsen. Er tastete sich schleichend voran, denn er