: Kirpal Singh
: e.V. Unity of Man
: Das Rad des Lebens Karma, Ursache und Wirkung
: Books on Demand
: 9783695798766
: 1
: CHF 2.50
:
: Spiritualität
: German
: 112
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Buch erschien in den 1960er Jahren in englischer Sprache und ist heute unverändert so aktuell wie zu seiner Erstveröffentlichung. Es gibt einen fundierten Einblick in das Gesetz von Ursache und Wirkung auf der Basis östlicher Traditionen. Kirpal Singh ordnet deren unzählige Begriffe in verständlicher Weise und setzt sie zueinander in Beziehung. Anschließend ergibt sich aus den vielen Einzelteilen wie bei einem Mosaik ein großes Bild. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass jeder Mensch unentwegt, freiwillig oder unfreiwillig, wissentlich oder unwissentlich, seine Ketten schmiedet. Egal, ob aus Gold oder aus Eisen, Ketten sind Ketten. So bleibt der Mensch gefangen, der Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt wird immer wieder neu in Bewegung gesetzt. Karma oder das Gesetz von Ursache und Wirkung sind mittlerweile nicht mehr nur im Osten ein bekannter Begriff. Dessen Inhalt ist vielgestaltig weltumspannend bekannt. Schon in der Bibel heißt es"was du sähst, das wirst du ernten" sowie"Aug um Aug, Zahn um Zahn". Vor dem Auge des Betrachters entsteht das Bild eines sich unendlich weiterdrehenden Rades. Auf jede Tat, jedes Wort, jeden Gedanken folgt eine Rückwirkung. Kirpal Singh beschreibt detailliert dieses grundlegende Prinzip sowie die besondere Rolle, die wir Menschen darin einnehmen. Er gibt dem Leser einen Schlüssel in die Hand, um aus diesen Ketten auszubrechen.

Kirpal Singh wurde am 6. Februar 1894 in einer Sikh-Familie im heutigen Pakistan geboren. Umgeben von einer Vielfalt an Religionen, suchte er sehr früh eine unabhängige, direkte Verbindung zu Gott durch Gebet und Meditation. Im Jahr 1924 begegnete er seinem spirituellen Lehrer Baba Sawan Singh. Sein Leben als Familienvater mit drei Kindern und einem verantwortungsvollen Posten als Beamter im Dienst der indischen Regierung zeigte, dass Spiritualität nichts mit Weltflucht zu tun hat. Während all dieser Jahre kümmerte er sich neben seinen Verpflichtungen zudem um alte und kranke Menschen. Die höheren Werte des Lebens und ein Bewusstsein der Einheit zu vermitteln war ihm eine Herzensangelegenheit. Aktiv setzte er sich für Frieden und Verständigung unter den Religionen ein. In Büchern, Vorträgen und persönlichen Gesprächen brachte er den Menschen diese zentralen Themen nahe. Sein Motto war"Be good - do good - be one""Seid gut - Tut Gutes - Seid eins". Auf drei Weltreisen besuchte er viele Städte der westlichen Welt und traf mit religiösen Oberhäuptern, Politikern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammen. Im Jahr 1957 wurde er zum Präsidenten der Weltgemeinschaft der Religionen gewählt und hatte dieses Amt 14 Jahre inne. In Anerkennung seiner Bemühungen um Verständigung wurde ihm als erstem Nicht-Christen das Großkreuz von Jerusalem des Souveränen Malteserordens verliehen. 1974 berief Kirpal Singh die Weltkonferenz zur Einheit des Menschen ein, die vom 3. bis 6. Februar in Delhi stattfand. Es war eine Konferenz auf der Ebene des Menschen im besten Sinne des Wortes, denn im Mittelpunkt stand das gemeinsame innere Band, das uns alle verbindet. Aus ihm erwachsen Werte wie Gewaltlosigkeit, gegenseitiger Respekt, universale Liebe und Mitgefühl. Diese Konferenz war die Geburtsstunde von Unity of Man, einer Bewegung für alle, die sich für Einheit einsetzen und entsprechend leben wollen. Bereits Ende der 1960er Jahre entwickelte Kirpal Singh ein Konzept für Zentren, die der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen dienen - sozial, intellektuell und spirituell. Dieses Konzept wird seit 1981 in Kirpal Sagar im Norden Indiens umgesetzt.

Kapitel I

Täuscht euch nicht:

Gott lässt seiner nicht spotten;

denn was der Mensch sät,

wird er auch ernten.

Galater 6,7

Konfrontiert mit der Komplexität des irdischen Lebens, sucht der Mensch nach einem Ausweg. Wohin er sich auch wendet, unsichtbare Schranken hindern ihn am Aufstieg. Warum all die scheinbaren Ungleichheiten in der Welt? Warum ist dem Menschen der Weg in seine ursprüngliche Heimat, die Heimat seines himmlischen Vaters, versperrt? Warum kann er sich nicht von seiner ihm unbekannten Vergangenheit lösen? Wohin soll er sich wenden, um das rettende Licht der „reinen Lehre des Seins“ zu erlangen? Diese Fragen führen den suchenden menschlichen Geist zur Erforschung des universellen Gesetzes von Ursache und Wirkung.

Der Begriff “Karma” taucht häufig in verschiedenen philosophischen und religiösen Schriften Indiens auf. Tatsächlich haben Priester und Prediger diesen Begriff so oft verwendet, dass er von vielen als scheinbarer Stolperstein auf dem Weg zur spirituellen Erlösung angesehen wird. Da es sich um einen für den Westen fremden Begriff handelt, wird er in der Regel ohne ausreichende Erklärung weitergegeben. Alle Meister der unteren Bereiche oder Stufen des inneren Aufstiegs sprechen von Erlösung, wenn man handelt, ohne daran gebunden zu sein und ohne nach den Früchten oder Ergebnissen seines Handelns zu fragen. Dies ist jedoch nur eine Teilwahrheit und Halbwissen.

Das menschliche Gemüt ist daran gewöhnt, die Früchte seines Tuns zu genießen. Wie kann es diese Gewohnheit able-gen? Sadhans (geistige und körperliche Übungen) können als Hilfsmittel eingesetzt werden, um das Gemüt bis zu einem gewissen Grad zu disziplinieren. Aber auf lange Sicht wird die Gewohnheit des Gemüts, seine Erfahrungen zu genießen, die Oberhand gewinnen. Das Gemüt kann nur dann auf weltliche Vergnügungen verzichten, wenn es dafür eine Art höheren Genuss, eine höhere Freude erhält.

Durch die Verbindung mitNaam (dem Wort Gottes oder dem göttlichen Tonprinzip) erfahren die Heiligen ein weitaus erhabeneres Vergnügen - ekstatische Glückseligkeit. Sobald das Gemüt in diesem Tonstrom oder Naam absorbiert ist, wird es von der Welt weggezogen. Das Gemüt hat die Angewohnheit, weltlichen Dingen nachzulaufen und von einer Sache zur nächsten zu springen. Was wir also tun müssen, ist nicht, seinen Fluss zu stoppen, der einfach seiner Natur entspricht, sondern lediglich seine Richtung von unten in die äußere Welt hin nach oben in die innere Welt umzukehren. Das bedeutet, die umherschweifenden Sinne zu bändigen und die geistige Energie in die richtige Richtung zu lenken. Das würde nachhaltige und dauerhafte Erfolge bringen. Erreicht wird dies durch regelmäßige spirituelle Übungen oder Vertiefung in Naam. Nur auf diese Weise kann das Gemüt allmählich geschult und schließlich sein Einfluss durch die Verfeinerung der geistigen Ströme unschädlich gemacht werden. Die Seele kommt zu sich selbst und kann unbeschwert und ungehindert auf ihrem Weg zu ihrer ursprünglichen Quelle - der Überseele oder All-Seele - voranschreiten. So können uns die Heiligen, die diesen Weg desSurat Shabd Yoga (Aufgehen im heiligen Wort oder heiligen Ton) selbst gegangen sind, nicht nur befähigen, uns aus dem karmischen Kreislauf von Ursache und Wirkung zu befreien, sondern uns auch den Zugang zum Reich Gottes, das in uns liegt, eröffnen.

Nun stellt sich die Frage: Wie können Karmas abgewickelt oder unwirksam gemacht werden? In dem Labyrinth der Naturgesetze, in das wir unlösbar verstrickt sind, gibt es einen Ausweg für diejenigen, die wirklich auf der Suche nach Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis sind. Die rettende Gnade des wahren Meisters offenbart den Zugang zu diesem Ausweg aus dem dichten Dschungel der Karmas, die weit in die uralte Vergangenheit zurückreichen. Sobald Er uns in seine Herde aufgenommen und uns mit dem ewigen heiligen Wort oder dem Tonstrom verbunden hat, werden wir aus der Reichweite vonYama, dem Todesengel, gebracht. Yama verkörpert den negativen Aspekt der Höchsten Kraft, die gemäß den Taten eines jeden Menschen Recht spricht.