Vor dem Spiegel entwich Lea Heller ein Seufzen, das mehr sagte, als Worte es konnten. Im Spiegel sah sie nicht nur sich, sie sah die Sehnsucht hinter ihren Augen, einen stillen Schatten, der schon viel zu lange dort wohnte. Und dann ihr Outfit… Nichts passte, entweder war es zu brav, zu streng, zu alltäglich. Eigentlich war Lea eher sportlich unterwegs: Jeans, T-Shirt oder ein gemütlicher Pulli waren ihre Standardwahl. Sie strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, spielte nervös damit und verzog den Mund. Warum war es so schwer, einfach „richtig“ auszusehen?
Lea war schlank, mit mittellangen braunen Haaren und großen Augen, die gerade zwischen Panik und Vorfreude hin und hersprangen. Wenn sie an den Abend dachte, wurde ihr mulmig.<