: Elias C. Nollthau
: 50 Winter Die Geschichte seines Lebens
: Books on Demand
: 9783695779260
: 50 Winter
: 1
: CHF 8.80
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 382
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
West-Berlin, 1987. Der Teenager Leo Novak lebt für seine Leidenschaft: das Schreiben. Er bekommt seine eigene Kolumne in der ViertelPost, einem kleinen Steglitzer Kiezblatt, und interviewt dafür Bewohner aus der Umgebung, die ihm aus ihrem Leben erzählen. Geschichten aus dem Kiez, für den Kiez. Doch als er die Geschichte von Paul Michalke veröffentlicht, der 1945, während des Sturms auf Berlin, in einem eingestürzten Nazi-Bunker mit Raubkunst etwas an sich nimmt, gerät Leo zwischen die Fronten der Geheimdienste beiderseits der Mauer. Es beginnt ein Wettrennen um Leben und Tod um ein jahrtausendealtes Geheimnis, das die Macht besitzt, unser Weltbild zu verändern.

Zu meiner Person ist nur zu sagen, dass ich neben der Musik und der Fotografie irgendwann das Romanschreiben als kreative Beschäftigung für mich entdeckt habe. Das Buch"50 Winter" ist mein Debüt und der erste Band einer zweiteiligen Reihe. Ich hoffe, es gefällt! Elias

2 – Leo


Berlin, 1983

›Ob andere das Gleiche sehen wie ich, wenn die Augen zu sind? Wellen, Punkte … da … weg …, Flimmern … wie die Luft über einer heißen Straße … Rot. Ruhe. Manchmal Gesichter. Klein, aber klar und deutlich. Doch immer nur kurz. Sind das Menschen, die ich kenne? Oder mal irgendwo gesehen habe? Keine Ahnung. Das nennt man wohl das innere Auge. Ich mag mein inneres Auge. Damit kann ich alles sehen, was ich möchte. Sogar mich, wie ich hier sitze. Aber, wo ist hier? Vielleicht woanders? Vielleicht träume ich. Vielleicht sitze ich eigentlich gerade auf der Couch. Zuhause. Wo bin ich wirklich? Wer bin ich wirklich? Bin ich wirklich? Aber ich denke doch! Denke ich jedenfalls … Schon deshalb sollte ich doch sein. Aber nur, weil ich denke? Was ist, wenn ich mir mal nichts denke? Dann bin ich doch auch … Wie bin ich? … Warum ich bin, weiß ich. Mama war so nervös. Dabei hatte Max mir längst alles erzählt. Vieles ist so einfach, und zugleich auch wieder nicht. Hier…Warum bin ich hier? In dieser Stadt? Weil ich hier geboren bin? Weil ich noch ein Kind bin! Bin ich noch ein Kind? Mit elf? Ich fühle mich nicht wie ein Kind. Möchte ich woanders sein? Kann ich mich woandershindenken? Klar! Aber dann bin ich immer noch hier. Oder nicht? Egal. Ist ja eigentlich auch gar nicht so schlecht. Hier! Ich habe Freunde. Ich hab