Aufbruch
Ich sitze im Gottesdienst. Sonntagmorgen, feine Kleider, frischrasierte Wangen, Handschlaggruß und Liederbuch, all die bekannten Gesichter, ein paar unbekannte darunter. Abkündigungen, gemeinsames Singen, draußen zwitschern die Amseln, im Sommer hinter den Fenstern.
Ich wäre jetzt vielleicht lieber draußen. Freude am Leben. Herr, nimm alle Hindernisse weg, mach mich offen für Deine undsoweiter. Ich rede mit Gott mal wie ein Sohn mit seinem Vater: devot, aufsässig, mal wie mit einer Geliebten: schwärmerisch, selig, mal wie mit einem Freund: ehrlich, kritisch, mal wie mit einem Retter: dankbar, unterlegen. Aber es hilft alles nichts: Gott ist nicht da.
Er ist nicht wirklich bei mir, in mir, in allem. Er ist immerdort und ichhier. Ob um mich herum oder im Himmel oder sonstwo, immer ist sein Dort nicht mein Hier. Etwas trennt mich von ihm. Die Transzendenz, fällt mir ein, aber schließlich ist er Mensch geworden, also bitte: Wo ist seine Immanenz? Wo ist er?
In meinem Herzen. Sicher. So klein, dass ich ihn wegdrücken, überhören, ignorieren, hätscheln kann. Zu wem rede ich, wenn ich bete? Wohin? Und dann die Frage, ob ich gehört oder erhört werde, ob das einen Unterschied mache, und die Gewissheit, dass er mich immer hört.
Aber da kommt mir mein Bedürfnis nach einem echten Erlebnis in die Quere, das, was ma