: Herold zu Moschdehner
: 1665: Die Luftschlacht von Stralsund Zeugnisse einer Begegnung mit Außerirdischen
: Books on Demand
: 9783695108152
: 1
: CHF 5.30
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: Science Fiction
: German
: 146
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Stralsund im Jahr 1665. Über der Reede stehen Erscheinungen am Himmel, die keine Segel tragen und keine Vögel sind. Fischer reden von einer Luftschlacht, die Stadt versucht das Geräusch der Gerüchte mit Ordnung zu übertönen. Inmitten dieser Tage hebt ein Böttchergeselle am Schilfrand etwas aus dem Wasser, das nicht von hier ist. Was folgt, ist kein Spektakel, sondern eine leise Verabredung zwischen Menschenpflicht und Fremdem. Der Roman erzählt in der Stimme der Stadt. Ein Meister, der Stille hält. Ein Offizier, der lernt wegzusehen. Ein Prediger, der einen Glockenschlag zu viel schenkt. Ein Apotheker, der Wasser beruhigt. Ein Kupferstecher, der Platz sticht, damit Wahrheit hineinpasst. Und Hans, der Geselle, der begreift, dass Rettung selten Lärm macht. Rat und Garnison zählen, schreiben, ziehen Netze. Die See antwortet mit Höflichkeit. Am Ende steht keine Heldentat, sondern eine Entscheidung, die eine Stadt bewahrt, ohne sie zu rühmen. Basierend auf zeitgenössischen Stimmen, Chroniken und Spuren entfaltet sich die Chronik einer Begegnung mit Gästen von den Sternen. 1665 Die Luftschlacht von Stralsund ist ein dokumentarischer Roman über Maß und Mut, über das Schweigen, das schützt, und die Augenblicke, in denen eine Gemeinschaft sich selbst treu bleibt, während etwas aus einer anderen Ordnung an ihre Kante tritt.

Herold zu Moschdehner ist Autor und Rechercheur an der Grenze zwischen Geschichtsschreibung und erzählerischer Reportage. Vier Jahre lebte er in Stralsund, dicht an der Reede und widmete sich dort intensiv den Überlieferungen zur"Luftschlacht" von 1665. Seine Arbeit verbindet Archivstudien, maritime Quellen und lokale Stimmen zu einer nüchternen, doch atmosphärischen Rekonstruktion des Phänomens. Aus diesen Recherchen entstand"1665 Die Luftschlacht von Stralsund", ein dokumentarischer Roman über Maß, Schweigen und die Möglichkeit außerirdischer Besucher.

Kapitel 1 – Stralsund am Morgen danach


Der Morgen tat, was Morgen tun: Er tat so, als wüsste er nichts. Die Glocke von Sankt Nikolai fuhr ihre Schläge durch die Gassen, die Krähen saßen wie immer auf den Balkenköpfen, und über dem Hafen brannte das dünne Blau, das ein klarer Tag sich leistet, wenn der Wind nach Osten steht. Die Stadt nahm ihre Ordnungen auf, als hätte niemand vom Wasser her mit erhobenen Augen gestanden: Fässer wurden gerollt, Luken verschraubt, Türen aufgestoßen, Besen ins Pflaster gerieben, bis der Staub kurz dunkler wurde.

Der schwedische Posten vor dem Tor wechselte die Männer, die Stiefel polterten in derselben Strenge wie gestern. Weit hinten klirrte ein Harnisch, mehr Metall als Mann, und in den Höfen redeten Frauen mit den Eimern in der Hand die erreichten Preise herbei, die der Markt noch nicht beschlossen hatte. Man sah die Dinge, die man immer sah: die Tücher, die über Seile geworfen wurden, um Salz und Schweiß aus der Nacht zu ziehen; die Pferde, die ihre Köpfe schüttelten, als wollten sie die Fliegen davon überzeugen, die Fliegen zu lassen; den Bäckerjungen, der schon beim dritten Korb aus dem Gleichgewicht kam.

Und doch lag in dieser Geschäftigkeit ein anderes Gewicht. Man sprach leiser, und wenn man lachte, brach das Lachen zu früh ab. Die Männer, die hinter den Tresen der Brauhäuser standen, polierten Krüge, als könnte man in blankem Zinn erkennen, was einem entgangen ist. Die Händler, die mit Tüchern handelten, ließen die Finger etwas länger als nötig über die Stoffe hinken, als prüften sie nicht nur die Ware, sondern die Welt. Als die ersten Wagen aus dem Umland auf den Markt rollten, traten Köpfe in den Toren nach, um zu sehen, ob von dort dieselben Gesichter kämen wie immer, oder ob die Nacht andere geschickt hätte.

In einer Werkstatt am Wasser stand ein junger Mann, den die Stadt nur im Vorübergehen kannte, so wie sie al