: Sabrina Plagge
: Tagebuch einer Frühgeborenen Mit Briefen von Ärzten, Lehrern und Psychologen
: Books on Demand
: 9783695777440
: 1
: CHF 6.50
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 228
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein heißer Tag im August 1997 verändert alles. Ich kann es nicht erwarten auf die Welt zu kommen und überrasche mit 762g Geburtsgewicht in der SSW 24+4. Und auch das gelingt nur mit Hilfe eines Hubschraubers. Zum Glück landet der gerade noch rechtzeitig am richtigen Ort. Überstanden ist es damit jedoch nicht. Meine Eltern und ich müssen lernen, dass einige Hürden zu nehmen sind die deutlich über das normale Maß hinausreichen. Eins ist klar: Jeder Fall, jeder Verlauf und jede Entwicklung eines frühgeborenen Kindes ist anders. Das vorliegende Buch ist eine Danksagung an meine Wegbegleiter und ein Mutmacher für die Wegbegleiter frühgeborener Kinder von morgen.

Geboren am 23.08.1997 in Berlin-Wedding. Extreme Frühgeburt 24+4 im Virchow-Klinikum. Glückliche Kindheit, mit vielen Therapien. Schullaufbahn glich einer Odyssee, inklusive Angststörung, Dank medizinischer und pädagogischer Wegbegleiter gelingt der Schulabschluss, die Berufsausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin und das Ausüben von interessanten Hobbys. Steht heute mit beiden Beinen selbstständig im Leben.

Kapitel 3
Intensivstation


23. August 1997, 19.30 Uhr: Neugeborenen-Intensivstation

Ich bin aus dem Reanimationsraum in die direkt daneben liegende Neugeborenen-Intensivstation verlegt worden. Ein äußerst erfahrenes Team leistet hier Tag und Nacht mit unglaublich hoher Verantwortung seinen Dienst. Ich werde zunächst von zwei Intensivschwestern versorgt, langsam und schonend, um möglichst wenig Stress zu haben. Sie saugen viel gelblich-trübes Sekret aus meiner Luftröhre ab und bereiten die Blutentnahme für die Gasanalyse vor. Ich bin zunächst mit dem Stephan-Respirator und einer Sauerstoff-Konzentration von 40% beatmet, Inspirationsdruck 20 cm H2O, Exspirationsdruck 3 cm H2O, Frequenz 60/min. Es werden Sonden für die verschiedenen Monitore befestigt und bis 20.15 Uhr kann die Sauerstoffzufuhr am Beatmungsgerät auf 30% reduziert werden. Meine Eltern kommen mich um 21.20 Uhr zum ersten Mal besuchen. In den ersten 24 Stunden besucht mich Mama insgesamt fünf Mal an meinem Inkubator, meinem ersten Kinderbettchen. Sie findet keine Ruhe, keinen Schlaf und will einfach nur bei mir sein.

23./24.08.1997: Aufnahme-Untersuchung

Noch am Abend des 23.08. wird eine ausführliche ärztliche Ganzkörperuntersuchung gemacht. Ich habe nach der Spontangeburt an verschiedenen Stellen H