„"Das Glück besteht nicht darin, dass du tun kannst, was du willst, sondern darin, dass du immer willst, was du tust.""
— Leo Tolstoi
Thomas, ein guter Freund von mir, den ich seit Kindertagen kenne, hatte es nach meinem Empfinden wirklich geschafft. Nach Jahren der zermürbenden Arbeit, der unzähligen schlaflosen Nächte und der ständigen, nagenden Sorge um die Zukunft seines kleinen Ingenieurbüros, hatte er endlich den großen Durchbruch erzielt. Ein unerwarteter Großauftrag aus der Automobilindustrie, ein glücklicher Zufall, der ihn mit den richtigen Leuten zur richtigen Zeit zusammenbrachte, und plötzlich war er finanziell nicht nur saniert, sondern wohlhabend. Wir saßen in seinem neuen, architektonisch beeindruckenden Garten, der eher einem Park glich, die Abendsonne tauchte die alten Eichen in goldenes Licht, und er erzählte mir mit leuchtenden Augen von seinen Plänen. Eine ausgedehnte Weltreise, nicht nur die üblichen zwei Wochen, sondern Monate, um wirklich in Kulturen einzutauchen. Ein klassischer Porsche 911, ein Jugendtraum, sollte endlich in seiner Garage stehen. Ein Ferienhaus an der Steilküste von Rügen, mit freiem Blick auf die Ostsee. Er strahlte eine ansteckende, fast kindliche Euphorie aus, eine unerschütterliche Gewissheit, dass nun alle Sorgen der Vergangenheit angehörten und das goldene Zeitalter des permanenten Glücks angebrochen war. Ein gutes Jahr später traf ich ihn wieder