7 Sabrina (Ende Oktober)
Sie hatte die Kur-Bewilligung am Vorabend im Briefkasten gefunden, nachdem sie nach einer anstrengenden Tagesschicht vollkommen ausgelaugt aus dem Pflegeheim zu Hause ankam.
Diese Masse an Patienten machte ihr schwer zu schaffen. Schon lange hatte sie kaum mehr Zeit, das Essen zu verteilen und die nötigsten Pflegehandlungen durchzuführen. Von einfühlsamen Gesprächen ganz zu schweigen. Ihre zum Teil dauerkranken Kollegen wurden seit Monaten nicht ersetzt. Sie musste täglich drei bis vier Leute der Pflegestufe III betreuen. Hierfür sah der Personalschlüssel grundsätzlich zwei Vollzeitkräfte vor. Es war eine Zumutung, dass die ganze Arbeit an ihr alleine hängen blieb. Trotzdem versuchte sie, für jeden Patienten ein freundliches Wort zu finden, weil sich sonst kaum jemand um die bettlägerigen Menschen kümmerte. Wenn sie überhaupt Angehörige hatten, waren die in der Regel berufstätig und kamen nur am Wochenende.
Diese ganze Situation schlug Sabrina schon längere Zeit auf den Magen. Sie hatte durchgehend ein dumpfes Stechen im Oberbauch. Außerdem wurde sie ihren trock