: Frank Kralemann
: Die Architektur der Gewohnheit Zwischen Autopilot und bewusster Veränderung
: Books on Demand
: 9783695114658
: 1
: CHF 7.00
:
: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 228
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Haben Sie sich jemals gefragt, warum gute Vorsätze so oft scheitern? Wir alle kennen das: Der Trainingsplan liegt bereit, der Kühlschrank ist mit gesunden Lebensmitteln gefüllt, der Wille ist da und doch finden wir uns Wochen später auf dem Sofa wieder, zurück in alten Mustern. Wir glauben, es fehle uns an Disziplin. Wir denken, wir müssten uns nur mehr anstrengen. Dieses Buch zeigt: Das ist ein fundamentaler Irrtum. Der renommierte Autor Frank Kralemann nimmt uns mit auf eine fesselnde Reise in die unsichtbare Welt unserer Gewohnheiten. Anhand der Geschichten von vier Menschen, die wie wir alle an ihren Zielen zu scheitern drohen, enthüllt er eine revolutionäre Erkenntnis: Unser Verhalten wird nicht primär von unserem Willen gesteuert, sondern von der Architektur unserer Umgebung. Gestützt auf die bahnbrechenden Arbeiten von Forschern wie Kurt Lewin und Wendy Wood, übersetzt dieses Buch komplexe neurowissenschaftliche Erkenntnisse in eine einfache, aber wirkungsvolle Metapher: Wenn wir unser Leben verändern wollen, müssen wir nicht härter kämpfen, sondern klüger bauen. Wir müssen zu den Architekten unseres Alltags werden. Vergessen Sie den Mythos der Willenskraft. Entdecken Sie, wie Sie die verborgenen Kräfte, die Ihr Handeln lenken, für sich nutzen können. Lernen Sie, Widerstände ab- und neue Wege aufzubauen, die Sie fast automatisch zum Ziel führen. Dies ist kein weiterer Ratgeber. Dies ist eine Bauanleitung für ein neues Ich.

Frank Kralemann ist ein erfahrener Autor. Er hat schon viele Bücher geschrieben, meist über Themen, die ihn auch selbst interessieren, so wie mit diesem Buch. Frank Kralemann ist Vater und Großvater und lebt in der Nähe des Teutoburger Waldes. Wenn er nicht schreibt, läuft er gern in der schönen Natur.

PROLOG – DER MANN, DER SEINEN KAFFEE NICHT VERGESSEN KONNTE


Die Gewohnheit ist ein Seil. Wir weben jeden Tag einen Faden, und schließlich können wir es nicht mehr zerreißen.

— Thomas Mann

Der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee ist das erste, was Dr. Althaus an diesem Morgen wahrnimmt. Es ist ein vertrauter, fast tröstlicher Duft in der sonst so sterilen Umgebung der neurologischen Abteilung. Er folgt dem Aroma den langen, weißen Korridor entlang, vorbei an den Zimmern, in denen die Geschichten von verlorenen Erinnerungen und verwirrten Gedanken schlummern. Das Geräusch einer Kaffeemühle, ein rhythmisches, fast mechanisches Mahlen, führt ihn schließlich zur kleinen Gemeinschaftsküche am Ende des Ganges.

Dort steht er. Herr K., ein Mann in seinen späten Sechzigern, dessen Gedächtnis von den Narben eines schweren Schlaganfalls durchzogen ist. Er trägt einen blauen Bademantel über seinem gestreiften Pyjama, seine Füße stecken in abgetragenen Pantoffeln. Sein Blick ist leer, und doch bewegen sich seine Hände mit einer traumwandlerischen Sicherheit. Er öffnet den Schrank über der Spüle, greift nach der Packung mit den Kaffeebohnen, schüttet eine präzise Menge in die Mühle. Er weiß nicht, wie er hierhergekommen ist. Er weiß nicht, in welchem Stockwerk er wohnt. Er erkennt die Krankenschwester nicht, die ihm vor fünf Minuten noch seine Medikamente gegeben hat. Aber er weiß, wie man Kaffee kocht.

Dr. Althaus lehnt sich an den Türrahmen und beobachtet die Szene. Es ist ein Ritual, das er nun seit drei Wochen jeden Morgen mit einer Mischung aus Faszination und professioneller Neugier verfolgt. Herr K.s Hände, diese Werkzeuge eines Lebens, das sein Geist vergessen hat, führen ein Eigenleben. Sie spannen den Filter in die Maschine ein, füllen das Wasser in den Tank, drücken den Knopf. Jeder Handgriff sitzt. Es ist eine Choreografie, die in den tiefsten Schichte