: Heinz-Paul Bonn, Martin Vollmer
: Analog war gestern Über unsere innere Verfassung
: Books on Demand
: 9783695795253
: 1
: CHF 5.00
:
: Internet
: German
: 424
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Heinz-Pa l Bonn hat über fünf Jahrzehnte lang Deutschlands digitale Entwicklung miterlebt - als Unternehmer, Blogger, Beobachter und Grenzgänger zwischen Analogwelt und KI-Zeitalter. Dieses Buch ist sein persönlicher und publizistischer Rückblick auf 850 Wochen Bonnblogs, auf Wirtschaft und Politik, auf den deutschen Mittelstand - und auf das, was er unsere innere Verfassung nennt. Er erzählt, wie sich aus seinen wöchentlichen Blogs eine Chronik unserer Zeit entwickelte - von der ersten Cloud-Vision bis zur Wiedergeburt bei einem digitalen Gang in den Spiegelsaal: das Zerbröseln unserer Infrastruktur, die überbordende Bürokratie, den Wandel der Deutschen von Erfassungs-Verweigerern zu freigiebigen Daten-Plauderern bis zur Digitalisierung im Mittelstand. Er schildert aber auch, wie der Dialog mit einer Künstlichen Intelligenz neue Formen des Denkens ermöglicht, und warum ausgerechnet im Zusammenspiel von Menschen und Maschinen eine neue Tiefe von Haltung, Humor und Erkenntnis entstehen kann. Das Buch ist Analyse, Autobiografie und philosophisches Lernexperiment zugleich: ein persönlicher Reset - und eine Einladung, das eigene Denken zu rebooten.

Software-Unternehmer, Unternehmensberater, Mentor, Verbandsfunktionär, Politikberater, gefragter Netzwerker, Buchautor, Blogger - Heinz-Paul Bonn verbindet eine ganze Reihe von Talenten. Geboren am ersten Friedenstag nach dem Zweiten Weltkrieg, also am 9. Mai 1945, ist er ein 68er per Definition: schwarz gekleidet, mit Matte und dem gewissen Quantum an Nihilismus ausgestattet, absolvierte der bei Schwerin Geborene von 1965 bis 1970 ein Volkswirtschaftsstudium an der Bonner (sic!) Friedrich-Wilhelm-Universität und arbeitete dort drei Jahre lang als Wissenschaftlicher Assistent, ehe er seine Expertise in einem Marktforschungsunternehmen einsetzte. Die im August 1980 gegründete GUS leitete er bis März 2016. Seine Anteile an dem Unternehmen, das in den 36 Jahren unter seiner Führung drei Generationen einer ERP-Anwendungslösung entwickelt und auf dieser Basis mehr als 500 ERP-Projekte im internationalen Mittelstand umgesetzt hatte, veräußerte Heinz-Paul Bonn im Rahmen einer Nachfolgeregelung an eine Beteiligungsgesellschaft. Ergänzend zur Unternehmertätigkeit engagiert sich Heinz-Paul Bonn seit Jahrzehnten für den Ausbau der deutschen Digitalwirtschaft zu einer Branche mit Weltgeltung. Für die Initiative Software-Industrie NRW und die Gründung des Software-Industrie Support Zentrums in Dortmund erhielt er 1997 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland. Darüber hinaus ist er Wegbereiter und Gründer des 2001 gegründeten Hightech-Verbands Bitkom (Bundesverband für Informationstechnik, Telekommunikation und neue Medien e.V.), den er als Mitglied des Präsidiums und Vertreter der mittelständischen Software-Industrie seit der Gründung bis 2013 mitprägte - von 2003 bis 2013 als Vizepräsident. Mit seinem Ausscheiden aus dem Präsidium honorierte der Verband seine Leistung durch die Verleihung der persönlichen Ehrenmitgliedschaft. Das Thema Mittelstand als gesellschaftspolitisches Anliegen vertrat Heinz-Paul Bonn in zahlreichen Gremien - etwa seit 2005 als Mitglied des Vorstands des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) e.V. und als Mitglied des Vorstands des BDI/BDA Mittelstandsausschusses. In dieser Eigenschaft war Heinz-Paul Bonn auch Mitglied des Mittelstandsbeirats der Bundesregierung. Später betreute er den Bundesverband Deutsche Startups als Vorsitzender des Kuratoriums.

Blühende Landschaften - Auferstehen aus Ruinen


  • Wohin mit dem vielen Geld? – Die Merz-Regierung und der Giga-Wumms.
  • Der Niedergang der deutschen Infrastruktur: Straßen, Schienen, Internet.
  • Militärische Aufrüstung als Konjunkturprogramm – aber mit Hightech.

Berlin, 18. März 2025: Als letztes Industrieland schließt sich Deutschland dem Klub der Nationen an, die ihre wachsenden Infrastrukturprobleme mit einer erhöhten Schuldenlast zu lösen beabsichtigen. Dafür brauchte es nicht mehr als eine Grundgesetzänderung – und einen Wortbruch.

Mit einem Giga-Wumms, den der durch die Neuwahl im Februar 2025 eigentlich abgewählte Bundestag am buchstäblich letzten Tag seines Bestehens ermöglicht hatte, reagierte die noch nicht im Amt befindliche neue schwarz-rote Bundesregierung mit Unterstützung der Grünen auf die geänderte Gemengelage in der Welt, deren Zutaten sich wie die Gaben der sieben apokalyptischen Reiter anhören: Energiekosten, Bildungsnotstand, Strafzölle, höhere Nato-Ausgaben, Bedrohungspotenzial durch Putins Truppen für die Ukraine und mehr und mehr auch für ganz Europa – und nicht zuletzt unsere lahmende, um nicht zu sagen: lahmgelegte Wirtschaft und unsere bröckelnden Infrastrukturen. Die Schwarze Null war gestern, die Schuldenbremse nur noch eine Frage der Auffassung, ihre Auflassung war trotz anders lautender Ankündigungen im Wahlkampf mit einem Mal kein Tabu mehr.

Viel hilft nicht immer viel


Und plötzlich scheint alles möglich zu sein. Man könnte Schulen modernisieren, Brücken erneuern, das Schienennetz ausbauen, Glasfaser flächendeckend ausrollen – oder die Mütterrente und den Mindestlohn erhöhen. Und natürlich könnte man die Bundeswehr mit neuer Ausrüstung und mehr Personal dazu befähigen, uns und unser Land, ja ganz Europa zu beschützen.

Ich habe damals darauf hingewiesen, dass uns Geld allein nicht glücklich machen wird:

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die von Bundestag und Bundesrat mit Zweidrittel-Mehrheit verabschiedete Grundgesetzänderung unterzeichnet. Sie wird nun noch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, dann haben Infrastruktur und Klimaschutz einen Quasi-Verfassungsrang und für diese, sowie Militärausgaben stehen nahezu unbegrenzte Mittel zur Verfügung. Schon scharren die Kommunen mit den Hufen, weil sie hoffen, dass die rund 100 Milliarden Euro, die an die Bundesländer fließen sollen, möglichst bald bei ihnen ankommen.

Dass der alte Bundestag sich erst auf seine verfassungsgebende Kraft besinnen konnte, nachdem er abgewählt wurde – geschenkt. Dass hinter dem Giga-Wumms ein massiver Wortbruch von Union und Friedrich Merz steht – geschenkt. Dass mittelständische Unternehmen in Deutschland sich einen solchen Schritt schon im Herbst, wenn nicht noch früher, gewünscht hätten, um sich selbst vor der drohenden Insolvenz zu bewahren – geschenkt!

Wir haben nun also rund eine Billion – eine eins mit zwölf Nullen – Euro zur Verfügung, um unsere Wehrfähigkeit, unsere Infrastruktur und unseren Klimaschutz zu verbessern. Dazu haben wir das Grundgesetz in einem hinteren Paragrafen geändert. Wenn die Milliarden aber zu einem Kurswechsel in Deutschland führen sollen, dann müssen wir auch unsere Verfassung ändern – genauer: unsere innere Verfassung!11

Denn viel Geld hilft nicht immer viel. Das zeigen erste Erkenntnisse aus dem öffentlichen Beschaffungswesen, das erst einmal prüft, validiert und vergleicht, ehe es zu einer konkreten Auftragsver