: Holger J. August
: Totentanz Südtirol-Thriller
: Athesia-Tappeiner Verlag
: 9788868399337
: 1
: CHF 8.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 288
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Keine ruhige Minute für die Brixner Reporterin Marie Pichler: In Bozen wird eine junge Influencerin aus Südtirol brutal überfallen, in Brixen wird ein stadtbekannter Juwelier ermordet, in Eppan liegt der Altpfarrer tot auf einem Grab und in Franzensfeste taucht eine Leiche unter mysteriösen Umständen auf. Maries Mentor, der frühere deutsche Star-Journalist Tom Bauer, glaubt, dass die Taten zusammenhängen. Eine Entdeckung in seinem Urlaub hat ihn auf die Idee gebracht. Wenn er Recht hat, dass die Morde im Zusammenhang mit einem bekannten Bilderzyklus im unteren Vinschgau stehen, wird die Serie so schnell nicht enden. Marie geht mit ihm auf Spurensuche und die Jagd nach einem Psychopathen. Und sie trifft ein harter Schlag.

Holger J. August (geboren 1971) lebt und arbeitet in München, wenn er nicht gerade in Südtirol unterwegs ist. Mittlerweile bezeichnet er Südtirol als zweite Heimat, in der er viele Bekanntschaften und Freundschaften pflegt. Auch ist er dort als Berater und Coach für das Nachrichtenteam bei Südtirol 1 tätig. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet er als Journalist. Erst für Tageszeitungen und die Nachrichtenagentur AP, später als Hörfunkjournalist für Radiosender in NRW, Hessen und Bayern. Seit 2017 präsentiert er die Frühnachrichten bei BAYERN3 im Bayerischen Rundfunk. Seine Leser finden ihn auf Facebook und Instagram, wo er sich immer auch für sie Zeit nimmt.

Samstag, 4. Mai


Der letzte Sonnenstrahl hatte die Straße zum Penser Joch vor mehr als einer halben Stunde erreicht. Jetzt lag die Passstraße größtenteils im Schatten. Schnell wurde es immer kälter. Fast schon eisig. Der auffrischende Wind tat sein Übriges.

Die dunkle Gestalt zog den Reißverschluss ihrer Jacke bis unters Kinn hoch. Gebückt huschte sie am Straßenrand umher.

Die Straße mit ihren Kurven und Kehren zählte zu den Attraktionen bei Motorradfahrern und Fahrradfahrern. Von den Drahtesel-Besitzern kamen von Jahr zu Jahr immer mehr. Die meisten kurbelten mit Elektrohilfe den Berg hoch. Fraglos war die SS508, wie die offizielle Bezeichnung der Staatsstraße lautete, nur der erste Leckerbissen für Biker, wenn sie Südtirol vom Brenner her erreicht hatten.

Die Gestalt bugsierte etwas Schweres von der Seite in Richtung Fahrbahn. Zwei, drei Stöße noch mit dem Fuß, und dieses Etwas verkeilte sich am Pfosten einer Leitplanke, die dort zu Beginn der Kurve für die Sicherheit sorgte. Der Wind wehte der Gestalt ein gemurmeltes »Ihr werdet es noch alle spüren« zu. Ein letzter Tritt, ein kurzes Ruckeln mit den Händen. Jetzt schien die Gestalt zufrieden. Ihr Blick wendete sich nach links den Berg hoch. Es würde sicherlich jemand kommen. Wenn nicht heute Abend, dann morgen früh. Ein letztes Mal versicherte sie sich, dass alles so war wie geplant. Sie legte den Kopf in den Nacken. Dünn waren die ersten Sterne zu sehen. Da war sie wieder, diese Stimme.

Oh, immer dieses Flüstern.

Gut fünfundvierzig Kilometer Luftlinie entfernt oder hundertzwölf Straßenkilometer, in Natur