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Nicolai Wiegand
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Sicherheit und Notfallmedizin bei der Jagd und im Gelände Gefahren erkennen, Risiken minimieren, Leben retten. Taktische Notfallmedizin für Jäger, Schützen und Naturbegeisterte.
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Books on Demand
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9783695789665
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1
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CHF 12.40
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382
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Wasserzeichen
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PC/MAC/eReader/Tablet
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ePUB
Gefahren erkennen. Unfälle vermeiden. Leben retten. Notfälle bei der Jagd und bei Aktivitäten im Gelände folgen eigenen Regeln: lange Rettungszeiten, begrenzte Ausrüstung und ein Umfeld, in dem Fehlentscheidungen schwerwiegende Folgen haben können. Wer hier Verantwortung trägt, muss vorbereitet sein. Dieses Buch vermittelt kompakt und praxisnah, wie mentale Stärke aufgebaut, Gefahren frühzeitig erkannt, Risiken minimiert und Leben gerettet werden können. Es verbindet bewährte Sicherheitsstrategien mit den Grundsätzen moderner taktischer Notfallmedizin, konsequent angepasst an die Realität von Jagd, Schießsport und naturbezogenen Einsätzen. Verfasst von einem langjährig erfahrenen Notarzt, basiert der Inhalt auf realen Einsatzsituationen und langjähriger Ausbildungspraxis. Der Fokus liegt auf klaren Entscheidungswegen, realistisch umsetzbaren Maßnahmen und medizinischem Handeln, das unter erschwerten Bedingungen tatsächlich funktioniert. Ein unverzichtbarer Leitfaden für Jäger, Schützen und Naturbegeisterte, die im Gelände nicht auf Glück vertrauen, sondern auf Kompetenz. Dr. Nicolai Wiegand wurde 1975 in Göttingen geboren. Er ist seit über 30 Jahren in der Notfallmedizin tätig, zunächst als Rettungssanitäter, dann nach dem Studium der Medizin als Facharzt für Anästhesie, Notarzt und Leitender Notarzt. Er ist seit insgesamt 15 Jahren in der Ärztlichen Leitung des Rettungsdienstes tätig. Vom German Resuscitation Council (GRC) sowie der American Heart Association (AHA) wurde er ausgebildet als Instruktor für Herz-Lungen-Wiederbelebung, und er ist zertifizierter Instruktor für Tactical Emergency Casualty Care (TECC). Aktuell arbeitet er seit sechs Jahren in der Intensivmedizin. Ehrenamtlich ist der Autor als Kreisfeuerwehrarzt und stellvertretender Landesfeuerwehrarzt Niedersachsen tätig. Jäger ist er erst seit Kurzem, er interessiert sich aber sehr für Sicherheit, Gesundheit sowie die erweiterte Erste Hilfe bei der Jagd.
2. Grundlagen der Sicherheit bei der Jagd 2.1 Historische Entwicklung
Die Jagd gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Während sie ursprünglich vor allem dem Nahrungserwerb diente, ist sie heute stark reglementiert und von Sicherheitsstandards geprägt. Die Sicherheitskultur der Jagd hat sich über Jahrhunderte gewandelt – von instinktiven Vorsichtsmaßnahmen in der Frühzeit bis zu modernen Rechtsvorschriften und Ausbildungspflichten.
Jagd in der Vorzeit
Prähistorische Jagd: Einsatz von Speeren, Pfeil und Bogen sowie Fallen. Verletzungen durch eigenes Werkzeug oder Wild waren häufig – aber es gab keine organisierten Regeln. Abb.2.1 und2.2 : Entwicklung der Jagd von der Vorzeit bis zum Mittelalter. Gerade die Entwicklung der Feuerwaffen erhöhte das Verletzungspotential.
Jagd im Mittelalter
Jagd war ein Privileg des Adels. Sicherheit spielte kaum eine Rolle, die Zahl der Unfälle bei Treib- und Hetzjagden war hoch. Soziale Komponente: Große Gesellschaftsjagden dienten der Machtdemonstration – nicht der Sicherheit. Neuzeitliche Jagd (17.–19. Jahrhundert)
Mit Einführung von Feuerwaffen stieg die Gefährdung erheblich. Unfälle durch Vorderlader (Fehlzündungen, Ladeunfälle) waren verbreitet. Erste Regeln entstanden aus Erfahrung: Mündung nicht auf Menschen richten, Waffen entladen beim Überqueren von Hindernissen. Schriftliche Jagdordnungen tauchten auf, in denen Sicherheitsverhalten erstmals Erwähnung fand. Industrialisierung und Beginn moderner Jagd (19.–20. Jahrhundert)
Büchsen, Flinten und Repetiergewehre machten die Jagd effektiver – aber auch riskanter. Zunehmende Zivilisierung der Jagd: Jagdscheine, erste Haftungsregelungen, Ausbildung in Jagdvereinen. Einführung von Jagdhornsignalen zur Kommunikation bei Gesellschaftsjagden – ein Sicherheitsfortschritt. Erste Jagdunfallstatistiken zeigten, dass die meisten Unfälle auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen waren. Entwicklung im 20. Jahrhundert
Nachkriegszeit: große Zahl unerfahrener Jäger, häufige Unfälle durch mangelnde Ausbildung. 1950er–1970er Jahre: Jagdscheinpflicht mit Schulung; Sicherheit erstmals Bestandteil der Ausbildung. Erste Unfallverhütungsvorschriften (heute DGUV) traten in Kraft, besonders für Gesellschaftsjagden. Einführung der Signalkleidung (orangef