Der Raum war erfüllt von Magie und Kräutern. Der kleine Korallenpilz lag neben meinem Hexenbuch und aalte sich im Staub der umherwirbelnden Magie, die durch die Luft flog. Immer wieder kamen neue Tiegel mit Flechten und Bündel von Kräutern angeflogen, die sich um den Kessel auf der Feuerstelle scharten. Ich tanzte durch den Raum, lachte und sang, wie ich es immer tat, wenn ich einen Trank braute. Die Magie floss aus mir heraus und ich fühlte mich wie berauscht. Den Magentrunk, den ich brauen wollte, konnte ich an das fahrende Volk verkaufen, die auf ihren Reisen zu den Märkten der Menschen durch meinen Wald kamen. Für sie war der Trank eine willkommene Einnahmequelle und sie waren diskrete Kunden, die mich nie an die Menschen verraten würden.
»Komm schon, Kauz. Freu dich mit mir.«
Doch der kleine Kauz blickte nur stumm von dem Dachbalken herunter und plusterte sein Gefieder auf. Die lilafarbene Magie, die sich um den Kessel sammelte, brachte ihn immer mehr zum Singen und ich fiel mit in seinen Gesang ein. Ich summte die Töne tief und hohl mit. Ich liebte das Singen, während ich zauberte. Etwas, was ich schon immer gemacht habe und wofür ich schon immer wenig Wohlwollen in meinem Zirkel geerntet hatte. Die Magie wechselte ihre Energie, die um den Kessel herrschte, und alles erklang nun hoch und klar, sodass ich meine Stimme ebenfalls erhob. Die Magie wurde schneller und die Zutaten für den Trank wirbelten um den Kessel und mich herum, bis es laut krachte.
Ich keuchte in die Stille hinein, die sich wieder in meiner Hütte ausbreitete, wo auch die Luft wieder klar wurde. Ich fühlte mich wie aus einem Traum gerissen und taumelte an den Tisch, auf dem mein Hexenbuch lag. Zugeklappt. Ich hatte es nicht bemerkt in dem Rausch, der sich auf Magie, Kräutern und Hexengesang aufgebaut hatte. Nun schluckte ich schwer und versuchte, die Lage zu überblicken. Neben dem Hexenbuch war der Tisch leer. Nichts erinnerte an den Zauber, der gerade noch hier gewirkt hatte. Das Durcheinander an Kräutern, Flechten und Heilerden war verschwunden. Ein säubernder Effekt, den mein Zauber immer mit sich brachte. Das ganze Chaos, das meine Magie beim Zubereiten von Zaubertränken anrichtete, hatte sich in Luft aufgelöst. All die Kräuter und anderen Zutaten, die in den Trank gehörten, waren fort. Genauso wie der kleine Korallenpilz, der ebenfalls wie vom Erdboden verschluckt war. Als ich in den Kessel blickte, erkannte ich in der tiefgelben Farbe des Trankes den kleinen Pilz wieder. Etwas Wehmut überkam mich. Er war schwer zu finden gewesen. Die Suche hatte mich Tage gekostet. Wieso hatte die M