: Sabrina Liebling
: Wenn Körper und Seele wieder lachen
: Books on Demand
: 9783695772025
: 1
: CHF 8.80
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 494
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wenn Körper und Seele wieder lachen Was geschieht, wenn man aufhört, sich selbst zu reparieren und beginnt, sich zuzuhören? Dieses Buch ist kein Ratgeber und es ist auch kein Heilversprechen. Und es ist kein schneller Weg zu einem besseren Ich. Es ist eine leise Einladung um zurückzukehren. In den eigenen Körper. In die eigene Wahrheit. In ein Leben, das nicht länger ertragen werden muss, sondern bewohnt werden darf. In poetischer, klarer Sprache erzählt dieses Buch von innerem Zerbrechen und stiller Heilung, von Grenzen, Selbstachtung und dem Mut, sich selbst nicht mehr zu verlassen. Es führt durch Themen wie Selbstwert, Arbeit und Sinn, Liebe nach dem Bruch, Körperwahrnehmung, innere Medizin und die Rückverbindung mit dem eigenen Rhythmus. Nicht erklärend oder belehrend. Dieses Buch richtet sich an Menschen, die viel verstanden haben und trotzdem spüren, dass etwas fehlt. An jene, die funktionieren, aber sich selbst vermissen. An alle, die müde geworden sind vom Kämpfen und beginnen möchten, sich selbst wieder zu vertrauen. Es erzählt nicht, wie man sein sollte. Es erinnert daran, wer man ist. Wenn Körper und Seele wieder lachen ist ein stilles Buch für langsame Leser:innen. Für Menschen, die zwischen den Zeilen lesen. Für Zeiten des Umbruchs, der Neuorientierung und der Rückkehr zu sich selbst. Kein Ziel. Kein System. Sondern ein Weg. Und vielleicht genau der Moment, in dem DEIN Körper und DEINE Seele wieder lachen.

Sabrina Liebling schreibt über das, was oft zwischen den Worten liegt. Über Übergänge, innere Brüche, leise Heilungsprozesse und die Rückkehr zu sich selbst. Ihre Texte entstehen aus gelebter Erfahrung und der tiefen Überzeugung, dass Heilung nicht laut sein muss, um wahr zu sein. In ihren Büchern verbindet sie emotionale Klarheit mit spiritueller Tiefe. Sie schreibt nicht, um Antworten vorzugeben, sondern um Räume zu öffnen für Selbstbegegnung, Ehrlichkeit und innere Bewegung. Dabei steht weniger das Ziel im Mittelpunkt als der Weg selbst: das Aushalten, das Loslassen, das Wiederankommen. Sabrina Liebling versteht Schreiben als Form der Selbstfürsorge und als Einladung an andere, der eigenen inneren Stimme wieder zuzuhören. Ihre Sprache ist ruhig, klar und zugewandt. Sie verzichtet auf Belehrung und Pathos und vertraut darauf, dass das Wesentliche sich im Lesen selbst zeigt. Dieses Buch ist Teil ihres persönlichen und literarischen Weges, ein Weg, der nicht Vollkommenheit sucht, sondern Wahrhaftigkeit.

KAPITEL 1 WENN LIEBE GEHT - ZURÜCKBLEIBEN LERNEN


Es gibt diesen ersten Moment nach dem Abschied, der sich anfühlt, als würde die Zeit kurz stolpern. Die Tür ist längst geschlossen, die Schritte im Treppenhaus verklungen, und doch steht die Welt noch genauso da wie vorher. Die Möbel, das Licht, der Geruch im Raum, alles bleibt, wie es immer war, nur etwas Unsichtbares fehlt, etwas, das bis eben noch selbstverständlich da gewesen ist. Sie stand in der Küche und hielt eine Tasse in der Hand, die sie irgendwann eingegossen hatte, ohne sich zu erinnern, wann. Der Kaffee war längst kalt, doch sie bemerkte es kaum, weil sich in ihr ein anderes Klima ausgebreitet hatte, eines, das nicht mehr mit der äußeren Wirklichkeit übereinstimmte.

Verlassen werden ist kein klarer Schnitt, den man sofort erkennt. Es ist eher ein langsames Verschieben der inneren Ordnung, ein leises Auseinanderdriften von dem, was einmal Halt gegeben hat. Die Gedanken versuchen, sich festzuhalten, klammern sich an letzte Sätze, an Blicke, an diese eine Umarmung, die vielleicht schon mehr Abschied als Nähe war und während der Verstand noch sucht, hat der Körper den Verlust längst verstanden. Die Schultern sinken, der Atem wird flacher, der Brustraum eng, als hätte sich dort ein Gewicht niedergelassen, das man nicht abschütteln kann.

Sie setzte sich auf den Boden. Nicht aus Dramatik, sondern weil ihre Beine plötzlich nicht mehr wussten, wie man steht. Der kalte Boden unter ihren Handflächen fühlte sich seltsam tröstlich an, weil er ihr zeigte, dass sie noch da war, dass es noch etwas Festes gab, an dem sie sich orientieren konnte. Draußen sang ein Vogel, irgendwo fuhr ein Auto vorbei, das Leben bewegte sich weiter, und gerade diese Normalität schmerzte, weil sie in keinem Verhältnis stand zu dem Sturm in ihr. Am Anfang glaubt man, dieser Zustand müsse vorübergehen, wenn man nur lange genug wartet, wenn man sich nur genug zusammenreißt, wenn man die richtigen Worte findet, um das Geschehene zu begreifen.

Doch bald wird klar, dass dieser Moment kein Durchgang ist, sondern der Beginn eines neuen Weges, eines Weges durch ein unbekanntes inneres Land, in dem man lernen muss, mit der Abwesenheit zu leben. Niemand kommt zurück, um das zu reparieren, was zerbrochen ist, und genau dort, in dieser schmerzhaften Wahrheit, beginnt die eigentliche Reise.

Der erste Morgen danach fühlt sich an, als wäre man in einem falschen Leben aufgewacht. Alles steht noch dort, wo es immer stand, die Kaffeetasse auf der Anrichte, die Jacke am Haken, die Uhr an der Wand, und doch ist nichts mehr richtig. Man bewegt sich durch diese Stunden wie durch fremde Räume, in denen man eigentlich nicht wohnen sollte. Sie ging durch die Wohnung, berührte die Möbel, die Pflanzen, den Türrahmen, als müsste sie sich vergewissern, dass die Welt noch Substanz hatte. Der Körper tat seine Arbeit, machte Kaffee, zog sich an, öffnete das Fenster, aber innen war alles auf Pause gestellt, als hätte jemand die Verbindung zur eigenen Seele