: Henry Landers
: Drei Mädchen und das verletzte Selbst So enttäuscht und gefunden wie unsere Zeit
: Books on Demand
: 9783695701230
: Drei Mädchen
: 1
: CHF 5.20
:
: Fantasy
: German
: 602
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Welt steht Kopf, als über Nacht ein gesamtes großes Gebäude spurlos verschwindet. Es war das Schulgebäude der drei Mädchen: Annabell, Lara und Maya. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste: Um ihrem Schicksal zu entfliehen, entschied das sensible Schulgebäude, sich in einen Menschen, eine junge Frau, zu verwandeln. Sie wagt ihre buchstäblich ersten Schritte in ihrem neuen Körper in ein neues mobiles Leben. Nicht glauben wollend, was ihr dieser neue Körper schenkt, aber auch abverlangt, geriet sie in eine verhängnisvolle Spirale. Ob sie überleben wird, hängt von geheimnisvollen Kräften ab. Die Drei ihr Seher und sein Hund müssen die Frau unbedingt finden, um das weitere Chaos, das ihr Verschwinden angerichtet hatte, zu beenden. Die Suche nach ihrem Schulgebäude aber bringt die Mädchen zu einem noch viel größeren Abenteuer. Es wird ihre Vorstellungen und Ahnungen um eine kosmische Dimension übertreffen. Wie in einem Labyrinth entfalten sich immer wieder neue Abenteuer mit Bedingungen und Regeln, die es auszuhalten und zu bewältigen gilt. Als sich ihre Seelen in Ba-Vögel verwandeln, sehen sie die Welt völlig neu - so wie sie die Vögel sehen. Das hilft ihnen beim Aufspüren der Magnetfeldlinien. Gefühlvoll. Bizar. Unheimlich.

Henry Landers ist geboren und aufgewachsen in Berlin. Als Fotokünstler bereiste er die Welt und sammelte Eindrücke aus vielen Kulturen, die heute in seine Fantasy-Romane einfließen. Das Schreiben allerdings öffnete ihm die Tür zu einer Welt voller Geschichten, wie es das Fotografieren niemals konnte. Henry Landers liebt es, jeden Morgen durch den Humboldt-Hain zu gehen, der ihn die drei Hauptfiguren und die fantastische Welt der Tamanaken entdecken ließ. Während seiner Recherchen für »Drei Mädchen retten die Welt - Wie es begann« wurde er auf das tragische Schicksal des Diesterweg-Gymnasiums aufmerksam.

PROLOG


Eine Vision lag in der Luft. Etwas Unbestimmtes, Geisterhaftes, vielleicht eine Erinnerung an etwas, das in der Zukunft geschehen wird, schlich umher, suchte nach einem Ort, einem Nest – in dem sensiblen Schulgebäude vielleicht?

Auch wenn das Unbestimmte nicht so konkret war, wie eine Person oder ein Geist, war es doch seine Vision.

Es schlich um das orange verschlungene Haus und lugte in jedes Fenster.

Des Nachts war es hier leer und dunkel. Eigentlich schade, um so viel Platz, der den lieben langen Abend, die noch viel längere Nacht und den nicht enden wollenden Morgen, und das jeden Tag des Jahres, leerstand – ohne Kinder – Teenager zumeist und ihre Direktorin, Sekretärin, Lehrerinnen und

Lehrer, Köchinnen und Köche, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, Hausmeister, Putzfrauen und -männer.

Es ist hier so langweilig , so leer, dachte die sensible Schule die ganze Nacht lang bis zum Morgengrauen.

Denn die Schule dachte nicht: ›Wow, dann kann ich jetzt endlich mal wieder machen, worauf ich die ganze Zeit schon immer Lust hatte.‹ Nein, sie war einfach nur leer, stand da, still wartend, dunkel in sich gekehrt.

Der letzte Tag ging der sensiblen Schule dann immer durch die Gedanken: mit den vielen Worten, die in ihr gesprochen worden waren – die Tausendfüßlerfüße, die über ihren Böden gelaufen und Treppen gestiegen waren –, all die Hände, die ihre Klinken und Handläufe an den Treppen berührten – und so mancher Tritt, der ihre Wände traf – oder Bälle, die von ihren Mauern abprallten –, Kreide, die über Tafeln quietschte.

Was der sensiblen Schule aber blieb, waren neben den Erinnerungen die Graffitis an ihren Wänden, die Bilder in ihren Fluren, die zurückgelassenen Lehrmaterialien und Sportsachen in den gelben Schülerschränken. Das gab ihre Hoffnung, dass die Kinder und alle andern auch morgen wiederkommen werden.

Denn:Schließlich brauchten sie all die Dinge noch, dachte sich die sensible Schule.Also werden sie morgen auch wiederkommen. – Werden Sie morgen wirklich wiederkommen? »Ja, das werden Sie«, sprach sie sich jede Nacht, voller Wehmut, Hoffnung zu. Und dan