: Asato
: 86 - EIGHTY-SIX (deutsche Light Novel): Band 5 - Tod, sei nicht stolz
: JNC Nina
: 9783989618947
: 1
: CHF 7.40
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: Kinder- und Jugendbücher
: German
: 392
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Komm und finde mich. Die Stimme, die Shin hört, gehört offenbar Zelene, der Entwicklerin der Legion. Lena und die 86. Mobile Strike Unit nehmen die Spur auf: Ihr Ziel ist das Königreich Roa Gracia, wo ein weißes Aufklärungsmodell gesichtet wurde. Doch was erwartet sie dort? ... Eine Verhöhnung des Lebens - oder eine Entweihung des Todes?
Die Kriegsführung im Vereinigten Königreich entzieht sich jeglicher Vorstellungskraft: so gnadenlos, so entmenschlicht, dass selbst die kampferprobten Eighty-Six darüber erschauern. Feinde, die in den gefrorenen Wäldern lauern. Ein Krieg, in dem der Tod längst kein Ende mehr darstellt. Und eine Strategie, die selbst Maschinen über ihre Grenzen hinaus treibt.
Band 5: Der Beginn des 'Vereinigten-Königreich-Arcs' Der nächste Abschnitt eines erbarmungslosen Krieges beginnt.

Am Eingang des Thronsaals rang der oberste Kammerdiener derweil schon seit einer Weile die Hände. Er hatte zumindest versucht, dem Prinzen die Tasche abzunehmen – vergeblich. Doch es war weder Nachlässigkeit noch Disziplinlosigkeit. Weder der prunkvolle Königspalast noch die Reihen der versammelten Vasallen bedeuteten dem König oder diesem Prinzen irgendetwas. Rücksichtnahme? Nicht nötig. Sich demonstrativ Autorität verschaffen? Ebenfalls nicht. Das war Arroganz – doch eine Arroganz, die durch echte Stärke gestützt wurde.

Der Kanzler, der in der Nähe des Thrones gewartet hatte, trat nun hervor und verneigte sich tief. Seine Augen waren von blassem Violett, die weißen Haare und der ebenso weiße Bart erinnerten an einen alten Fuchs.

Ein Mann der Tafe, ein Angehöriger der zweiten Volksklasse, der sich allein mit seinem Verstand und seiner Klugheit emporgearbeitet hatte. Seit der Herrschaft des vorigen Königs diente er Reich und Krone – ein altgedienter Minister, der längst an solche Unverfrorenheit gewöhnt war.

„Verzeiht, Majestät. Doch Seine Hoheit Prinz Viktor und seine Küken bilden das Rückgrat der Verteidigung unseres Königreichs. Wenn wir auf ihn verzichten – können wir da die Front überhaupt noch halten?“

„Zügel dich, Kanzler. Wenn die Front allein dadurch ins Wanken gerät, dass ich weg bin, dann liegt das an der Nachlässigkeit der Offiziere und damit letzten Endes auch an euch. Nutzt die Gelegenheit und reißt euch wieder zusammen.“ Ohne den Kanzler eines Blickes zu würdigen, wies der Prinz ihn kalt zurück.

Der greise Kanzler verneigte sich erneut, das Lächeln blieb auf seinem Gesicht. Der Beschluss, Truppen an die Mobile Angriffstruppe abzustellen, und auch, wer genau entsandt werden sollte, war längst in der letzten Audienzrunde gebilligt worden. Was sich hier zwischen König und Prinz abspielte, diente einzig der Information jener Adeligen und Mitglieder der königlichen Familie, die nicht Teil des Rates waren.

Auch die Frage des Kanzlers war nur eine Wiederholung der Bedenken, die unter ihnen zweifellos kursierten.

Aus diesem Grund war dies