Drinnen, im großen Arbeitszimmer mit der dunklen Holzvertäfelung und einem knisternden Kamin, saß er an einem massiven Eichentisch. Der große Saal war durchzogen von schweren Eichenbalken mit kunstvoll geschnitzten Verzierungen. Hier war es warm und gemütlich, ganz im Gegensatz zu dem tobenden Unwetter da draußen. Der Geruch von Wachs und Rauch hing in der Luft, vermischt mit dem schweren Aroma des Weins, der in einem reichlich verzierten Silberbecher vor dem Hausherrn auf dem Tisch stand. Das flackernde Licht der Kerzen warf unruhige Schatten über sein markantes Gesicht. Kantige Züge, eine breite Stirn und tiefe Falten, die sich über die Jahre eingegraben hatten. Vor allem die Nase war sehr beeindruckend - wuchtig, schief, mit einem Knick, als wäre sie einmal unsanft in einem Duell gebrochen worden. So war der Pirckheimer. Imposant, direkt, nicht wirklich schön, aber unverkennbar.
Vor ihm stapelten sich dutzende Türme von goldenen Münzen wie kleine Festungen. Die kräftigen Finger der einen Hand glitten mechanisch über die Gulden, während die andere Hand mit Feder und Tinte Zahlen in die Seiten eines in Leder gebundenen Buches eintrug.
Er war ein überaus kluger Mann, ein scharfsinniger Rechner, ein Patrizier, ein Gelehrter und Humanist. Einer, dessen Wort im Rat der Stadt Gewicht hatte, dessen Bibliothek eine der prächtigsten im ganzen Ort war. Gefüllt mit Werken der Antike. Schriften von Platon, Cicer