: Rob Dürer
: Schon wieder Agnes Man sieht sich immer zweimal
: Books on Demand
: 9783695723980
: 1
: CHF 9.70
:
:
: German
: 400
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
"Schon wieder Agnes- Man sieht sich immer zweimal" ist ein zutiefst bewegender Roman über Liebe, Wiedergeburt und die Frage, ob zwei Seelen über Jahrhunderte hinweg zueinanderfinden können. Albrecht, ein Fotograf unserer Zeit, beginnt mitten in der Corona-Pandemie an seinem eigenen Leben zu zerbrechen. Er lebt seit 20 Jahren mit Nora zusammen. Doch diese Begegnung beginnt zu bröckeln, als er Agnes begegnet - eine Frau, die ihn mit einem einzigen Blick in die Tiefe seiner Seele schleudert. Was als flüchtige Begegnung beginnt, entfaltet sich zu einem gefährlichen Sog aus Sehnsucht, verborgenen Erinnerungen und einem Erkennen: Er und Agnes waren einst Albrecht Dürer und seine Frau. Fünfhundert Jahre später stehen sie sich erneut gegenüber - verletzt, suchend und unerfüllt. Jetzt muss Albrecht sich entscheiden: Nora oder Agnes. Eine Geschichte über die Liebe, die uns ruft - und die Frage, ob wir den Mut haben, ihr zu folgen. Eine Reise durch die Zeit und durch die Welt der Seelen.

Der in Norddeutschland lebende Autor beschäftigt sich seit langer Zeit mit Spiritualität und der Frage nach dem Sinn des Lebens. Sein erster Roman erzählt nicht aus der Distanz, sondern besticht durch eigene Erfahrungen. Er beobachtet die Menschen in seinem Umfeld genau, sein Schreibstil geprägt von Empathie und Tiefe. Sein Roman lädt dazu ein, die Geschichte nicht nur zu lesen, sondern sich selbst darin wiederzufinden.

Ein Herz in Aufruhr


Drinnen, im großen Arbeitszimmer mit der dunklen Holzvertäfelung und einem knisternden Kamin, saß er an einem massiven Eichentisch. Der große Saal war durchzogen von schweren Eichenbalken mit kunstvoll geschnitzten Verzierungen. Hier war es warm und gemütlich, ganz im Gegensatz zu dem tobenden Unwetter da draußen. Der Geruch von Wachs und Rauch hing in der Luft, vermischt mit dem schweren Aroma des Weins, der in einem reichlich verzierten Silberbecher vor dem Hausherrn auf dem Tisch stand. Das flackernde Licht der Kerzen warf unruhige Schatten über sein markantes Gesicht. Kantige Züge, eine breite Stirn und tiefe Falten, die sich über die Jahre eingegraben hatten. Vor allem die Nase war sehr beeindruckend - wuchtig, schief, mit einem Knick, als wäre sie einmal unsanft in einem Duell gebrochen worden. So war der Pirckheimer. Imposant, direkt, nicht wirklich schön, aber unverkennbar.

Vor ihm stapelten sich dutzende Türme von goldenen Münzen wie kleine Festungen. Die kräftigen Finger der einen Hand glitten mechanisch über die Gulden, während die andere Hand mit Feder und Tinte Zahlen in die Seiten eines in Leder gebundenen Buches eintrug.

Er war ein überaus kluger Mann, ein scharfsinniger Rechner, ein Patrizier, ein Gelehrter und Humanist. Einer, dessen Wort im Rat der Stadt Gewicht hatte, dessen Bibliothek eine der prächtigsten im ganzen Ort war. Gefüllt mit Werken der Antike. Schriften von Platon, Cicer