Kapitel 1
„Die drei Lichter“
Sein Schädel brummte lauter als die Bären im Zwinger des Torgauer Schlosses und er kam nur langsam wieder zu sich. Alles war plötzlich schwarz geworden und das Erinnerungsvermögen eine Fähigkeit besserer Tage.
Langsam öffnete er seine Augen. Es war tiefe Nacht und er konnte nur schemenhaft die Umrisse der Umgebung sehen.
Seine Augen arbeiteten zwar wieder, doch er bekam kaum Luft. Kein Wunder, er hatte ein großes Stück Stoff im Mund stecken. Atmen konnte er nur durch die Nase, dabei wollte er kräftig Luft holen, um Aufzustehen. Doch auch dann wäre es ihm nicht gelungen.
Weder die Arme noch die Beine konnte er bewegen. Sie waren festgebunden. Die Hände nach oben weg, die Füße nach unten.
Nur den Kopf konnte er drehen. Er schaute nach links, dort war in der Landschaft nicht viel zu erkennen. Auf der rechten Seite zeichnete sich im Dunkeln deutlich der Habelberg, der Hausberg von Tann, ab.
Da er ihn westlich sah, musste er mit dem Kopf nach Norden liegen. Wie oft und wie intensiv hatte er in den letzten Wochen jeden Kilometer von Tann nach Geisa vermessen und auf das Genaueste in die Pläne eingezeichnet.
Die Topografie kannte er wie aus der Westentasche. Aber, das half ihm jetzt nicht weiter, wenn doch die wahn-sinnigen Kopfschmerzen nicht wären.
Überhaupt, warum lag er hier und wo genau? Er betastete mit den Fingerkuppen die Stelle, an der er festgebunden war.
Es war Metall, oben glatt und an der Seite etwas rauer. Schienen, das waren Schienen!
Er lag also auf einem Gleisbett. Die preußische Normalspur hatte einen Breite vo