Feyra S. Moon
Marmeladenhexen
Im Tal der Blüten- und Mondhexen
Ihre Fingerkuppen strichenüber das vergilbte Papier und das magische Siegel, dass den Umschlag verschlossen hielt – wie immer, wenn sie das alte Grimor ihrer Ahnin öffnete. Zyklen vergingen und kamen und in diesem Brief lag ein Schlüssel der Magie, der der Gemeinschaft des Hexenzirkels zu Gute kommen sollte. Einzig der Hirschkönig konnte das magische Siegel lösen und eine Blütenhexe bestimmen, der diese Ehre zu Teil werden sollte. Als Adalias Ahnin lag es alleine an ihr den Brief zu öffnen und sie sehnte den Tag herbei an dem sie es dürfte. Bis dahin würde sie jedes Rezept, das sie zwischen den alten Einträgen fand, kochen und die Marmeladenhexerei studieren. – Das Schicksal hatte es gut mit ihr gemeint, hatte sie doch das Glück, in die Fußstapfen eines alten Hexenkreises hineingeboren worden zu sein, in dem die Sterne die Wege der Obstschwestern bestimmten.
Der schwere Duft der frischen Früchte und das Summen der Bienen erreichte sie selbst in dem kleinen Laden ihrer Ahnin: Adalias Herbstgeschwader. Die Empfindungen ihrer Sinne ließ die Magie auf ihren Armen funkeln, gleichsam dem Morgentau auf den Wiesen. Sanft umschlangen die silbernen Ranken auf ihrer Haut ihren Arm und glitzerten im Schein der Morgensonne, die durch die großen bodentiefen Fenster drang – dass es fast an goldenen Staub erinnert hätte. Als wisse ihre Hexenkraft, dass was immer unter dem Siegel lag, für sie bestimmt war, um daran zu wachsen.
Die Fäden der Magie wirbelten