: Helmut Zöpfl, Alexander Müller
: Willkommen in Schilda Deutschland, Du hast ein Bildungsproblem! Band 1
: Books on Demand
: 9783695793754
: Deutschland, Du hast ein Bildungsproblem!
: 1
: CHF 4.40
:
: Bildungswesen
: German
: 220
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
WARNUNG: DIESES BUCH IST KEINE UNTERHALTUNG. Wenn Sie glauben, dass unser Bildungssystem nur ein paar Reformen braucht, legen Sie dieses Buch weg. Wenn Sie damit zufrieden sind, dass Ihr Kind für Noten lernt statt für das Leben, ist dieses Buch nichts für Sie. Nehmen Sie die blaue Pille. Schlafen Sie weiter. FÜR ALLE ANDEREN GILT: Wir müssen etwas verändern. Zurzeit wird viel über die Frage diskutiert, warum man noch lernen soll - und was. Man will Klassenzimmer reparieren, und das ist wichtig, aber ist das wirklich genug? Der Pädagoge und Autor Helmut Zöpfl sagt:"Ein Bauer weiß: Vom Wiegen wird die Sau nicht fetter." Da hat er recht. Zusammen mit seinem Kollegen Alexander Müller will er mehr: das Fundament neu. Die beiden sagen:"Wir behandeln unsere Kinder wie Maschinen: Input rein, Test schreiben, Output messen. Das nennen wir dann Bildung. In Wahrheit ist das Programmierung." DIESES BUCH IST DER AUSBRUCH. Dabei ist der Mensch kein"Mängelwesen", das angepasst werden muss. Das Kind ist kein Gefäß, das gefüllt werden muss. Hören Sie auf, Ihre Kinder zu optimieren. Fangen Sie an, sie zu befreien. Wir dürfen uns nicht länger benehmen wie Schildbürger!

Eigentlich sollte er längst dem Müßiggang frönen, den Herrgott einen guten Mann sein lassen, den Herbst seines Lebens mit einem breiten Dauerlächeln genießen: Helmut Zöpfl, Jahrgang 1937. Er kann auf eine vielbeachtete Karriere als Wissenschaftler zurückblicken. Er hat Dutzende Bücher geschrieben, deren Gesamtauflage die Millionengrenze schon vor Jahren überschritten hat. Er war Politikberater, Songwriter, Ratgeber, Kolumnist und so viel mehr. Aber - Ausruhen? Die Füße hochlegen? Unmöglich für einen engagierten, mündigen Bürger, der es sein Leben lang gewohnt ist, den Mund aufzumachen und bisweilen auch mal auf den Tisch zu hauen, wenn Dinge nicht rund laufen. Und in Deutschland läuft seit vielen Jahren manches nicht mehr rund. Ein Kernproblem macht er hier fest: bei der Bildung. Das System hakt, es knarzt an allen Ecken und Enden. Und alle Bemühungen der vergangenen Jahre, besser zu werden, die Kurve zu kriegen, sind ins Leere gelaufen. Also hat Helmut Zöpfl beschlossen, jetzt wieder laut zu werden. Aufzustehen, und nicht nur den Finger in die Wunde zu legen, sondern, gleich die ganze Hand. Er sagt:"Deutschland, Du hast ein Bildungsproblem".

ERSTER SCHILDBÜRGERSTREICH


Die Verpackung der Seele

Der neue Bürgermeister von Schilda hatte es sich zur großen Aufgabe gesetzt, etwas gegen den angeschlagenen Ruf seiner Stadt zu unternehmen und die Bürger auf Vordermann zu bringen. Eines Tages glaubt er, den Schlüssel zum Erfolg gefunden zu haben. Bei der nächsten Versammlung des Stadtrates rief er darum dazu auf, endlich auf Export zu setzen. »Wir müssen wie andere Städte und Länder auch unsere natürlichen Ressourcen wälzen, um durch den gezielten Verkauf unserer Güter Geld in die Stadtkasse zu bekommen.«

»Ja aber, was haben wir denn an Dingen, die wir verkaufen könnten?«, fragte der Stadtrat Zick. Es entzündete sich eine längere Diskussion, was man denn in Schilda für einen Export anbieten könne. Aber man kam trotz eifriger Überlegungen zu keinem Ergebnis, was es denn in Schilda so Besonderes gäbe, dass man es sogar ins Ausland verkaufen könne. »Ich habe immer geglaubt, wir Schildaer wären steinreich« meinte die Stadträtin Emilia Geiß, erntete aber nur ein müdes Lächeln der anderen. »Steinreich bedeutet nicht«, rief ihr Zick zu, »reich an Steinen. Da haben wir allerdings keinen Mangel. Nur zweifele ich, ob uns jemand Steine abkauft.« – »Und wie wär’s mit Moos?«, fragte der Stadtrat Ziegler, »ich habe sogar gehört, dass man Moos zu Geld sagt. Und Moos haben wir am Rand von Schilda im Überfluss.« Auch dieser Gedanke wurde sehr schnell verworfen, denn es erschien den meisten sehr unwahrscheinlich, dass sich mit Moos, Moos machen ließe.

»Ich glaube, wir kommen auf keinen grünen Zweig«, meinte Frau Geiß resignierend. »Halt, das ist es«, rief der Bürgermeister. »Grüner Zweig ... habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, dass wir in Schilda sehr viele Zwetschgenbäume haben, auf denen wunderbare Früchte reifen.« – »S