LIV
»Was hat er gesagt?«, fragte Liv ungeduldig, als Adrian am Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain zu ihr trat, und steckte ihr Handy, mit dem sie sich die Zeit vertrieben hatte, in die Hosentasche. Sie versuchte, in seinem Gesicht zu lesen. »Oh weh, du siehst bedrückt aus.« Sorge machte sich in ihr breit, während sie ihm zum Antworten Raum ließ. Schweigend setzte er sich auf den Brunnenrand. Sie ließ ihn nicht aus den Augen und setzte sich zu ihm.
»Es hat nicht funktioniert, oder? Er lässt dich nicht weg«, sagte sie enttäuscht.
Adrian, der wie an dem Tag, als er ihr das erste Mal auf dem Ku’damm aufgefallen war, in ein einfaches naturweißes, auf der Brust geschnürtes Leinenhemd und in eine Leinenhose in Erdtönen gekleidet war, seufzte und kramte in seiner ledernen Tasche herum, die er stets mit sich führte. Liv wusste, dass sich darin der Extraktor und ein paar kleinere magische Waffen, wie er es nannte, befanden. Gespannt hatte sie ihm gelauscht, als er ihr von einem Hinterhalt im Berlin des Jahres 1630 erzählt hatte, dem er nur unter Einsatz einer dieser magischen Kugeln entgangen war. Nach seiner Beschreibung würde sie diese Waffe am ehesten mit einem Feuerwerkskörper vergleichen. Aber anstelle eine dieser Kugeln förderte er stattdessen ein Schriftstück hervor und hielt es ihr hin. Liv beäugte es kritisch und nahm es zögerlich entgegen.
»Was ist das?«
Wieder seufzte er. »Das ist unser Problem.«
Liv faltete den Zettel auseinander und studierte die kryptischen Zeichen, die sich in Reihen angeordnet darauf befanden.
»Was sind das für Zeichen und wie soll dieser Text meinem Vater helfen, wieder gesund zu werden?«
»Ich habe keine Ahnung, weder was sie bedeuten noch wie man sie entschlüsseln kann. Das ist alles, was mein Herr als Hinweis über das Zeitreich in Hamburg von seinem Vetter bekommen hat und es ist unsere einzige Spur zu dem Alchemisten, der hoffentlich das rückgängig machen kann, was ich deinem Vater angetan habe.« Adrian senkte den Blick und wirkte betroffen.
»Ach, Adrian. Das hast du doch nicht mit Absicht getan un