DIE ERSTE BEGEGNUNG
Bemerkst du die Betrübnis
hinter meinem Lächeln?
Nimmst du wahr, was mich im Kern bewegt?
Wenn nicht, besänftige deinen aufgewühlten Geist.
Die Trauer
ACHTSAM BEGINNEN
Es ist 14:12 Uhr.Liegt womöglich ein Missverständnis vor? Vielleicht wurde der 14-Uhr-Termin per E-Mail storniert, geht es mir durch den Sinn. Ich gehe in den Vorgarten, um nach meiner Klientin Ausschau zu halten. Ein sportlicher Kleinwagen biegt mit überhöhter Geschwindigkeit in die Gasse ein, in der mein Ehemann Wolfgang und ich wohnen. Ich winke meiner Klientin zu, sie bremst abrupt und parkt den Pkw entlang dem Gartenzaun.
„Ah, da sind Sie ja. Herzlich willkommen!“
„Hallo!“
Zwischen dem Außenspiegel des Autos und der Gartenmauer hat gerade mal ein Kugelschreiber Platz.
„Mutig!“, kommentiere ich das Einparkmanöver.
„Richtig parken will gelernt sein“, kommt es schlagartig zurück.
Lachend reichen wir einander die Hände zum Gruß. Lisa tritt dynamischen Schrittes ein.
„Ich freue mich, Sie kennenzulernen.“
„Gleichfalls. Tut mir leid, ich bin zu spät dran. Meine Freundin hat mich zum Mittagsbrunch eingeladen, ein klassischer Fall von Verzettelung. Danach habe ich auch noch im Stau gestanden.“
„Seien Sie wegen der wenigen Minuten Verspätung unbesorgt. Hauptsache, Sie sind gut angekommen. Falls es Sie beruhigt, ich empfange nach unserem Gespräch heute niemanden mehr.“
„Perfekt. Ich habe vergessen, Ariane zum Geburtstag zu gratulieren