1. KIKI — HERRLICH ÜBERDREHT
»Kiki!«, ruft ihre Mutter Verena Steiner und schaut ungeduldig auf die Armbanduhr. Sie sitzt aufrecht im cremefarbenen Wohnzimmer mit den Beinen nach vorne ausgestreckt auf der grauen Couchlandschaft. Nervös fährt sie sich durch ihr blondes, langes Haar.
Als sie nach kurzer Zeit keine Antwort erhält, ruft sie ein zweites Mal: »Kiki! Du musst zur Arbeit, sonst kommst du zu spät!«
Von oben schallt es herunter: »Boah, ich bin grad beschäftigt und muss mich konzentrieren!«
»Was machst du denn?«
Es entsteht eine längere Pause, als Kiki überlegt, ob sie die Wahrheit sagen soll … oder nicht. Dann antwortet sie: »Sudoku!«
»Wolltest du nicht heute deinem Chef von deinen Plänen erzählen?«
Oben rumpelt es. Kiki eilt trampelnd die Treppe hinunter, wodurch ihre Lockenfrisur in alle Richtungen springt. Sie rennt über den Flur ins Wohnzimmer zu Verena und lässt sich mit ordentlich Schwung ihr gegenüber in den schwarzen Ledersessel plumpsen. Mit der einen Hand nimmt sie ihre schwarze Haarpracht aus dem Gesicht und mit der anderen Hand fuchtelt sie demonstrativ mit ihrem Sudoku-Heft in der Luft herum.
»Aber nicht weitermachen. Bin schon voll weit!«
»Versprochen, mein Schatz. Aber jetzt beeil dich bitte!«, sagt Verena leicht nervös.
»Moment.«
Kiki springt auf und läuft nach hinten in die Küche. Verena macht die grüne Designerlampe im Wohnzimmer aus und folgt ihr neugierig.
Kiki nimmt gerade eine Tupperdose aus dem Kühlschrank und schaut hinein: Saftige, fast wäss