Noten und deren
Auswirkungen
Seit wann gibt es Schulnoten?
Die Bildung lag jahrhundertelang in der Hand der Kirche. Sie fand vor allem in Klöstern statt und kam zuerst dem adligen Nachwuchs zugute. Im 16. Jahrhundert führte der Jesuitenorden das Klassen- und Notensystem ein. Mit diesem fünfstufigen Notensystem, das aus lateinischen Ziffern bestand, wurden klare Regeln zur Beurteilung der Schülerleistungen festgelegt. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dieses mehrstufige System der Jesuiten von vielen Schulen übernommen und bildet bis heute die Grundlage für die Noten, die an deutschen Schulen vergeben werden.
Nach und nach wurde in Deutschland die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Der Unterricht fand nun auch außerhalb der Kirchen und Klöster statt. Im Jahre 1788 wurde in Preußen zum ersten Mal ein Reifezeugnis ausgestellt, das für ein Studium an der Universität Voraussetzung war. Es ermöglichte nun allen Schülern - unabhängig von ihrem sozialen Status - eine höhere berufliche Laufbahn einzuschlagen. Ein Zeugnis wurde in der Regel nur ausgestellt, wenn man die Schule verließ. Eine regelmäßige Benotung, die die Fort- und Rückschritte einer Schülerleistung zeigt, war nicht üblich.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vergaben die meisten Schulen in Deutschland noch fünf Noten: die 1 für sehr gute, die 5 für nicht ausreichende Leistungen. Erst 1938 wurde in ganz Deutschland die Note 6 für ungenügende Leistungen eingeführt. Mit der Oberstufenreform Anfang der 1970er Jahre bekamen die Schüler der höheren Klassen ein neues Notensystem, das auch heute noch gilt: 15 Punkte entsprechen dabei der 1 +, ein Kurs mit 0 Punkten gilt als nicht belegt.
Sind Noten sinnvoll?
Noten fassen Informationen in Zahlen zusammen. Aufgrund der Zahlenbeurteilung lassen sich Personen leicht miteinander vergleichen, da die Leistungen der einzelnen Person auf einen Blick zu sehen sind. Betriebe und Universitäten wünschen sich Ziffernnoten, weil sie sich so sehr schnell einen Überblick über die Leistungen der Bewerber verschaffen können. Sie haben keine Zeit und Lust, sich mit dem Durchlesen langer Texte zu befassen. Eine 1 bedeutet eine sehr gute Leistung, eine 3 ist Mittelmaß und ein