Jürgen
Mir schwante nichts Gutes, als ich beim Heimkommen den roten Kleinwagen in unserer Einfahrt stehen sah. Ein roter Kleinwagen, der verdächtig ähnlich dem sah, denn meine jüngste Eroberung fuhr, die ich jetzt wohl schon ein halbes Jahr kannte. Nicht, dass ich die attraktive, dunkelhaarige Lena nicht gern getroffen hätte: Aber Lena war ein Umstand in meinem Leben, über die in meiner Ehe zumindest nicht gesprochen wurde. Und der Kleinwagen stand eben nicht dort vor der Tür, wo ich mit Lena verabredet war, sondern in der Einfahrt meines eigenen Hauses. Meines, und Gudruns, meiner Frau. Die Frage war also: Was machte Lena hier? Oder war es doch nur ein Zufall? Ich hatte mir nie die Mühe gemacht, mir Details wie eine Autonummer einzuprägen.
Nun, nichts, was ich im Augenblick tun konnte. Gudrun erwartete mich, wir hatten Nachmittag telefoniert, und ich hatte einiges eingekauft, was sie mir aufgetragen hatte: Wir würden Gäste zum Abendessen haben, und nicht die langweilige Sorte. Also hatte ich gebracht, was sie für besondere Anlässe schätzte: Lachs, Kaviar, Oliven, französische Baguettes und zwei Flaschen Champagner. Und zum Nachtisch diese sündhaft gute Orangencreme, die es in der kleinen Greißlerei im Nachbarort zu kaufen gab. Ich wusste, was Gudrun mochte.
Ich öffnete also mit der Fernbedienung das Tor zu unserer Doppelgarage. Der Kleinwagen stand zum Glück auf Gudruns Seite, sodass ic