: Sabine Gäbel-Auer, Beate Russmann
: Van Gogh hatte auch nur ein Ohr ... ein Hoch auf unsere Krisen!
: Books on Demand
: 9783695757275
: 1
: CHF 7.90
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 326
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In diesem Buch geht es um uns, zwei Frauen Ende 50, und unsere Krisen, die uns im Leben widerfahren sind. Ungefähr zur selben Zeit, in der Mitte unseres Lebens, wurden wir ganz unvorbereitet und mit voller Wucht aus unserem Alltag gerissen. Wir wurden beide plötzlich mit schweren Krankheiten konfrontiert und waren gezwungen, diese zu überwin-den."Aber wie?", diese Frage stellten wir uns irgendwann selbst. Dabei stolperten wir über unsere Resilienz und nach dem Wiederaufstehen und Dreckabschütteln, aber erst beim Weitergehen betrachteten wir sie näher und kamen zu interessanten und spannenden Erkenntnis-sen: Ganz egal, wie unterschiedlich und individuell wir in unseren Krisenphasen reagiert und agiert haben, um Widerstände zu überwinden, Kräfte zu mobilisieren oder uns durch schwierige Zeiten zu manövrieren, stellten wir fest: Keine Krise ohne Resilienz, keine Resilienz oh-ne Krise. Resilienz ist der Weg, nicht das Ergebnis. WIR entscheiden, ob der Weg ein guter oder schlechter ist. Dabei helfen uns unsere Lebenserfahrung, unsere Kommunikations- und auch Konfrontationsbereitschaft und das Vertrauen in uns selbst.

Jahrgang 1965, verheiratet mit dem besten Mann der Welt, 1 Stiefsohn, aufgewachsen mit 2 Schwestern, beruflich aktiv in der freien Wirtschaft und im Dienstleistungssektor, zugewandte Pragmatikerin

Schock


Beate

Ist Ihnen schon einmal eine wirklich schlimme Nachricht überbracht worden? Dann kennen Sie das: Die völlige Ablehnung dieser Nachricht, das Nicht-Wahrhaben-Wollen. »Das kann nicht sein, das darf nicht sein, nicht mir darf das passieren, ich bin in einem ganz schlechten Albtraum!«

Dieser Schock, der einem in die Glieder fährt, der nichts mehr sein lässt, wie es war. Das Leben steht still. Alle Geräusche sind ausgestellt, alle Farben verlieren ihre Intensität, alles, was vorher wichtig war, verschwindet in die Bedeutungslosigkeit. Der Schmerz ist erst gar nicht richtig zu spüren. Aber man weiß, wenn ich ihn spüre, werde ich ihn nicht aushalten.

Ich funktioniere nur noch, ich kann nichts mehr fühlen, nicht mehr denken und bin nicht fähig zu handeln. Am liebsten möchte ich bewusstlos werden, einen Schalter zum Ausstellen finden oder mich in Narkose versetzen lassen.

Schock lähmt, er nimmt mir die Fähigkeit zu denken, er schneidet mich von meinen Gefühlen ab, er lässt mich die Realität verkennen.

Scho-Hi-An – plötzlich ohne Plan


Sabine

Scho-Hi-An, zugegeben: Klingt ein wenig nach einer asiatischen Sportart; soll aber als Abkürzung für die Worte Schockstarre, Hilflosigkeit und Angst stehen.

Um die nämlich soll es hier gehen im ersten Kapitel unseres Buches, und die meistens dann eintreten, wenn wir urplötzlich eine medizinische Diagnose bekommen, die alles andere erst einmal nach hinten rücken lässt.

Wir leben unser Leben. Es ist in sehr vielen Fällen lebenswert. Wir werden in die Welt gesetzt und wenn es mehr als gut, fast optimal läuft, dann werden wir von unseren Eltern mit bedingungsloser, ungeschuldeter Liebe und Geborgenheit versorgt und in einem sicheren Familienbund großgezogen. Dann brechen wir irgendwann in unser eigenes Leben auf und versuchen uns zu finden und uns mit dem Rüstzeug, dass uns zur Verfügung steht, durch unser Leben zu wurschteln. Manchmal wurscht