: Alexandra Schmidt, Jörg Albert, Martin Braun, Maximilian Gilger, Cornelie Haag, Wolfgang Heinlein, T
: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
: Kodierleitfaden für die Gastroenterologie 2026
: medhochzwei Verlag
: 9783988002198
: Praxiswissen Abrechnung
: 19
: CHF 28.40
:
: Allgemeines
: German
: 240
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Der Kodierleitfaden Gastroenterologie ist ein verlässlicher Begleiter für eine präzise und regelkonforme Kodierung in der gastroenterologischen Klinik. Klar strukturierte Inhalte, praxisnahe Erläuterungen und zahlreiche Fallbeispiele - basierend auf den gültigen Regelwerken der ICD-10-GM, OPS und Kodierrichtlinien - geben einen fachspezifischenÜberblic und erleichtern die alltägliche Kodierpraxis. Die 19. Ausgabe des Kodierleitfadens Gastroenterologie erhielt erneut ein umfassendes Update und wurde entsprechend denÄnderungen der Klassifikationssysteme in 2026 (ICD-10-GM 2026 und OPS 2026) aktualisiert.

Die jährliche Weiterentwicklung des Kodierleitfadens Gastroenterologie erfolgt durch erfahrene Mitglieder der Kommission für Medizinische Klassifikation und Gesundheitsökonomie (MKG) der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Zusammenarbeit mit der inspiring-health GmbH und der Dr. Martin Braun GmbH. Die unmittelbaren praktischen Erfahrungen der Autor*innen, welche selbst tagtäglich den Herausforderungen der regelgerechten und prüfsicheren Dokumentation gegenüberstehen, werden fortlaufend eingearbeitet.



Dr. med. Alexandra Schmidt, Jahrgang 1981, Studium der Humanmedizin an der Technischen Universität Dresden, Fachärztin für Innere Medizin. Beruflich tätig im Bereich der Gastroenterologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Mitglied der Kommission für Medizinische Klassifikation und Gesundheitsökonomie der DGVS seit 2020.

3 Verschlüsselung von Krankheiten


3.1 Allgemein


In der Regel steht für die Kodierung einer Erkrankung ein ICD-Kode zur Verfügung.

Jedoch sieht die ICD-10-GM für eine Erkrankung, die durch einen einzelnen Kode nicht ausreichend dargestellt ist, die Kodierung von zwei oder mehreren Kodes vor. Dies ist häufig der Fall, umÄtiologie (zugrundeliegende Ursache) und Manifestation einer Erkrankung zum Ausdruck zu bringen. Hierfür ist insbesondere das„Kreuz-Stern-System“ von Bedeutung.

Schlüsselnummern fürÄtiologie werden durch das Kreuz-Symbol (†) und Manifestations-Schlüsselnummern durch das Stern-Symbol (*) gekennzeichnet. Dabei ist immer zuerst der Kreuz-Kode (Primärkode) zu kodieren. Diesem folgt der Stern-Kode (Sekundärkode), z.B.

B25.80†Infektion des Verdauungstraktes durch Zytomegalieviren

K23.8*Krankheiten desÖsophagus bei sonstigen anderenorts klassifizierten Krankheiten

Ist bei einem Kreuz-Kode eine Liste mit möglichen Manifestationen (Stern-Kodes) aufgeführt, so muss diese Liste nicht alle möglichen Manifestationen umfassen. Auch Manifestationen, die nicht aufgeführt sind oder nicht mit einem Stern markiert sind, können angegeben werden, z.B.

A52.0†Kardiovaskuläre Syphilis

I77.6Arteriitis, n. n. bez.

Umgekehrt sind nicht bei allen Sternkodes Kreuzkodes aufgeführt, sondern durchaus auch Kodes, die nicht mit einem Kreuz markiert sind, z.B.

K70.3Alkoholische Leberzirrhose

I98.2*Ösophagus- und Magenvarizen bei anderenorts klassifizierten Krankheiten, ohne Angabe einer Blutung

Darüber hinaus kennt die ICD-10-GM Kodes, die mit einem Ausrufezeichen versehen sind (Ausrufezeichenkodes). Auch diese gelten als Sekundärkodes, die einem Primärkode zuzuordnen sind, z.B.

K70.41Chronisches alkoholisches Leberversagen

K74.72!Leberzirrhose, Stadium Child-Pugh C

Nicht alle Primärkodes sind mit einem Kreuz gekennzeichnet. Es ist somit möglich, auch ICD-Kodes, die nicht mit einem Kreuz markiert sind, als Primärkode mit einem Sekundärkode zu kombinieren.

Unabhängig des Kreuz-Stern-Systems kann es erforderlich sein, ein Krankheitsbild mit einer Kombination aus zwei ICD-Kodes zu charakterisieren, z.B. ein Folgezustand nach einer Maßnahme

K22.2Ösophagusverschluss

K91.84Strikturen nach endoskopischen Eingriffen und Operationen am Verdauungstrakt

3.2 Neoplasien allgemein


3.2.1 Primärtumor


Die Kodes für die Primärtumoren im Bereich der Gastroenterologie werden in den einzelnen Organkapiteln aufgelistet.

Ist die Lokalisation des Tumors unbekannt, ist ein Kode aus C80.-Bösartige Neubildung ohne Angabe der Lokalisation zu kodieren.

3.2.2 Metastasen


Metastasen sind unter C78.- und C79.- eingeordnet, Lymphknotenmetastasen bei C77.-

C78.0 Sekundäre bösartige Neubildung der Lunge

C78.1 Sekundäre bösartige Neubildung des Mediastinums

C78.2 Sekundäre bösartige Neubildung der Pleura {Pleurakarzinose}

C78.3 Sekundäre bösartige Neubildung sonstiger und nicht näher bezeichneter Atmungsorgane

C78.4 Sekundäre bösartige Neubildung des Dünndarmes

C78.5 Sekundäre bösartige Neubildung des Dickdarmes und des Rektums

C78.6 Sekundäre bösartige Neubildung des Retroperitoneums und des Peritoneums {Peritonealkarzinose}

C78.7 Sekundäre bösartige Neubildung der Leber und der intrahepatischen Gallengänge

C78.8 Sekundäre bösartige Neubildung sonstiger und nicht näher bezeichneter Verdauungsorgane

C79.0 Sekundäre bösartige Neubildung der Niere und des Nierenbeckens

C79.1 Sekundäre bösartige Neubildung der Harnblase sowie sonstiger und nicht näher bezeichneter Harnorgane

C79.2 Sekundäre bösartige Neubildung der Haut

C79.3 Sekundäre bösartige Neubildung des Gehirns und der Hirnhäute

C79.4 Sekundäre bösartige Neubildung sonstiger und nicht näher bezeichneter Teile des Nervensystems

C79.5 Sekundäre bösartige Neubildung des Knochens und des Knochenmarkes

C79.6 Sekundäre bösartige Neubildung des Ovars

C79.7 Sekundäre bösartige Neubildung der Nebenniere

C79.81 Sekundäre bösartige Neubildung der Brustdrüse

C79.82 Sekundäre bösartige Neubildung der Genitalorgane

C79.83 Sekundäre bösartige Neubildung des Perikards

C79.84 Sonstige sekundäre bösartige Neubildung des Herzens

C79.85 Sekundäre bösartige Neubildung des Bindegewebes und anderer Weichteilgewebe des Halses

C79.86 Sekundäre bösartige Neubildung des Bindegewebes und anderer Weichteilgewebe der Extremitäten

C79.88 Sekundäre bösartige Neubildung sonstiger näher bezeichneter Lokalisationen

C77.- Sekundäre und nicht näher bezeichnete bösartige Neubildung der Lymphknoten

C77.0 Lymphknoten des Kopfes, des Gesichtes und des Halses

C77.1 Intrathorakale Lymphknoten

C77.2 Sekundäre und nicht näher bezeichnete bösartige Neubildu