Prolog – Der Attentäter nimmt ein neues Familienmitglied in Empfang
Es war Morgen, als ich aufwachte. An meinem linken Arm spürte ich eine Wärme. Ich drehte mich zu ihr um.
„Meister Lugh, das geht nicht ...“, sprach Tarte im Schlaf, während sie sich an mich schmiegte.
Sie war ein blondes, schönes Mädchen, das sich jetzt im Alter von vierzehn Jahren körperlich entwickelt hatte. Als sie jung war, wurde sie von ihrer Familie verstoßen und auf einem Berg ausgesetzt. Das hatte sie so traumatisiert, dass sie manchmal sehr unsicher war. Deswegen schliefen wir beieinander, wenn sie sich zu einsam fühlte. Menschliche Körperwärme hat schließlich den Effekt, ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
„Was träumst du denn bitte gerade?!“, erwiderte ich.
Als ich ihr glückliches, schlafendes Gesicht sah, konnte ich nicht anders, als mich auch zu freuen. In letzter Zeit schliefen wir immer öfter zusammen. Ich hatte mir zwar Sorgen gemacht, ob es ihr mental nicht gut ging, aber ich bemerkte, dass das nur ein Vorwand war, um mir näherzukommen. Eigentlich sollte ich sie dafür tadeln, doch im Grunde genoss ich es auch. Deshalb ließ ich es zu.
Sie tat stets alles für mich, was sie konnte. Gestern hatte sie sich besonders angestrengt. Im Gegenzug musste ich ihr zumindest diese eine Sache zugestehen.
„Tarte, wach auf.“
Ich unterdrückte meinen Wunsch, ihr schlafendes Gesicht noch länger zu betrachten, und rüttelte an ihrer Schulter. Wenn sie nicht bald aufwachte, würde sie das Frühstück nicht rechtzeitig vorbereiten können. Tarte öffnete schwächlich ihre Augen, ließ meinen linken Arm los und richtete sich im Bett auf.
„Meister Lugh, isch liebe Eusch.“
Undeutlich sprechend, schmiegte sie sich diesmal an meine Hüfte. Weil sie nur ein dünnes Negligé trug, wurde mir deutlich bewusst, wie sehr erwachsen sie geworden war.