II Soziale Nachhaltigkeit in Politik und Zivilgesellschaft
Was kann zivilgesellschaftliche Partizipation zur Verwirklichung (Sozialer) Nachhaltigkeit beitragen? Dies ist die leitende Fragestellung dieses Kapitels. Die zuvor erläuterten Grundannahmen zu Sozialer Nachhaltigkeit, Engagement und politischer Partizipation von Bürgerinnen werden folglich in ihren(1) Praktischen Bezügen beleuchtet. Dazu werden zunächst deliberative Verfahren mit einem Fokus auf Bürgerräte und in Bezug auf sich dadurch erweiternde Engagementmöglichkeiten erörtert. Dies bezieht sich zunächst auf eine kommunale, städtische Betrachtungsebene. Die Betrachtung dieser Ebene hat zwei wesentliche Gründe: Zum einen, dass sich die Bevölkerungsanzahl in Städten weltweit laut Prognosen bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln soll (Mac-Donald Nelson et al. 2024, S. 13). Damit würden etwa sieben von zehn Personen in Städten leben. Zum anderen soll hier ein sozialraumorientierter Ansatz nach Hinte (Hinte 2006, S. 28 ff.) verfolgt werden. Die soziale und räumlich gebundene Struktur steht dabei im Vordergrund. Städte gelten als Ort des Lebens und sind geprägt von direkter Einflussnahme durch Teilhabe. Damit ermöglicht die Ebene von Städten und Kommunen eine besonders praktische Betrachtung in Bezug auf Transformations-prozesse und zivilgesellschaftliche Partizipation. Um Möglichkeiten der Verwirklichung von Nachhaltigkeitszielen durch Partizipationsformate zu untersuchen, ist ebenso ein Blick auf(2) Probleme der Umsetzung zu richten. Welche Hindernisse gibt es für Nachhal