: Tim Hoene
: Blackbelt Kämpfer-Prinzipien für Sport - Beruf - Leben
: Books on Demand
: 9783695704415
: 1
: CHF 8.80
:
: Ausbildung, Beruf, Karriere
: German
: 156
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wir alle kennen das: Der Beruf ist hektisch, der Alltag fordert uns heraus und oftmals bleibt wenig Raum für uns selbst. Wir setzen uns Ziele, diese gehen aber oft im Alltagstrubel unter. Oftmals fühlt es sich so an, als hätten wir niemals eine Wahl gehabt und als wären wir bei all den wichtigen Entscheidungen unseres Lebens einfach übergangen worden. Wir wissen zwar, dass wir uns gesünder ernähren und öfter Sport treiben sollten, aber die wenige Zeit, die uns verbleibt, verbringen wir meistens am Fernseher oder Smartphone. Doch ein Kämpfer - egal ob im Ring oder im Leben - ist dazu in der Lage JEDE Herausforderung zu meistern! Ob es um Konfliktbewältigung, um persönliche Entwicklung oder um den bewussteren Umgang mit Stress geht - die Haltung, die wir im Training einnehmen, hat auch außerhalb der Trainingsfläche einen maßgeblichen Einfluss auf unser Denken und Handeln. Denn wer lernt, auf der Matte ruhig zu bleiben, wenn der Druck steigt, kann auch im Leben standhalten, wenn alles um einen herum zusammenbricht. Wer im Sparring fair kämpft und klare Grenzen setzt, kann auch in hitzigen Diskussionen Haltung zeigen. Und wer im Training Niederlagen nicht als Versagen, sondern als Chance zum Lernen begreift, der wird mit Rückschlägen im Leben ebenfalls besser umgehen. In diesem Buch erfährst du durch spannende Geschichten aus dem Kampfsport, wie dir die Ausrichtung an Kampfsportprinzipien und eine Kämpfer-Mentalität dabei helfen werden, den Alltag erfüllter, selbstbestimmter und erfolgreicher zu gestalten.

Tim Hoene, MSc. ist Träger des 4. Dan im Kwon-Jae-Hwa-Taekwondo sowie leidenschaftlicher Athlet unterschiedlichster Kampfsportarten. Er ist Schulleiter der Kampfsportschulen"Blackb lt Relations" und"DOJO10" sowie Initiator der STARK& SICHER Selbstverteidigungs-Initiativ für Frauen. Zudem ist Tim Unternehmensberater und unterstützt Banken wie auch Kapitalverwaltungsgesellschaf en bei organisatorisch-regulatorisch n Fragestellungen. Unter anderem durch die Brücke zwischen Kampfsport- und Corporate-Welt verkörpert er eine moderne Kämpfermentalität - und zeigt, wie sich die zeitlosen Prinzipien des Dojos im Alltag JEDES Menschen leben lassen.

2 ZUERST EIN PAAR GRUNDTECHNIKEN


2.1 SEI UNBEQUEM


Benommen liege ich auf dem Boden, der Atem rasselt, mein Blick flackert unter halbgeschlossenen Lidern. Ich rolle mit den Augen.„Ernsthaft? Auch das noch?“

Der letzte Kick – etwas zu hoch ausgeführt – hat mich die Balance gekostet. Mein Standbein rutschte auf dem schweißnassen Hallenboden ab, und der Boden begrüßte mich erbarmungslos. Ich blicke kurz zum Prüfungskomitee – mein Meister unter ihnen – und signalisiere mit einem Nicken: „Alles gut. Ich bin noch im Spiel. Ich kann weiterkämpfen!“

Ich bin mitten im dritten Kampf meiner Schwarzgurtprüfung – und langsam stoße ich an meine Grenzen. Der Atem geht schwer, meine Lunge brennt. Schweiß läuft mir in die Augen und nimmt mir die Sicht. Ich bin durstig, erschöpft, und mein Körper fühlt sich einfach nur leer an.

Doch der größte Teil der Prüfung liegt bereits hinter mir. Noch bevor der Freikampf begann, mussten wir einen zweistündigen Lehrgang absolvieren. Danach folgten die Formen, der Stock-und Messerkampf, die Selbstverteidigungsprüfung und der Ein-Schritt-Kampf. Den Höhepunkt bildete der Bruchtest: ein Schlag mit der Innenhandkante, der den Ziegel zertrümmerte. Dabei habe ich mir einen kleinen Schnitt am Handgelenk zugezogen – spürbar und unangenehm, aber nichts Ernstes!

Aber meine gesamtkörperliche Verfassung ist nicht gut. Ich bin nach all diesen Aufgaben körperlich am Ende und ich habe Schmerzen. Meine Muskulatur fängt schon langsam an zu streiken und meine Knie werden immer weicher. Aber ich will definitiv die nächste Stufe erreichen! Ich kann jetzt nicht aufhören! Ich stehe auf und nehme meine Kampfposition ein, der Ringrichter gibt das Signal… weiter geht’s!

Irgendwie ist es doch jedem klar, dass Kampfsport-Training anstrengend, fordernd und unangenehm sein kann. Manch einer versteht sogar, dass Training, egal welcher Art, unangenehm sein MUSS, da wir ohne die Qual der Anstrengung nie an den Punkt kommen würden, an dem unsere Muskulatur expandiert, größer wird - stärker wird! Trotzdem, wann immer ich im Training stehe – ob als Lehrer oder Trainierender – stelle ich fest, dass der Großteil der Leute oft nur bequem vor sich hintrainiert, anstatt wirklich an seine Grenzen zu gehen. Wann immer ich im Fitness-Studio bin, stelle ich dasselbe fest. Der Großteil der „Trainierenden“ scheint das Training mit einem gemütlichen Flanieren auf der Königsstraße, einer Shoppingmeile in der Stuttgarter Inne