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GRUNDLAGEN DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ
Die Geschichte der künstlichen Intelligenz
Frühe Ideen und Vorläufer
Die Geschichte der künstlichen Intelligenz beginnt nicht erst mit Computern. Der Wunsch, Denken oder Intelligenz künstlich nachzubilden, ist viel älter. Schon in der Antike gab es Vorstellungen von künstlichen Wesen, die Aufgaben erledigen konnten. In Mythen tauchen Figuren auf, die von Göttern oder Magiern erschaffen wurden und dennoch wie lebendige Wesen handeln. Solche Erzählungen zeigen, dass die Idee einer künstlichen Intelligenz tief im menschlichen Denken verankert ist, auch wenn diese Vorstellungen eher magisch waren und nicht technisch. In der frühen Neuzeit begannen Gelehrte, den menschlichen Geist und das Denken in mechanischen Bildern zu beschreiben. Philosophen wie René Descartes sahen den Körper als eine Art Maschine. Auch Automatenbauer konstruierten mechanische Figuren, die schreiben, musizieren oder einfache Abläufe ausführen konnten. Diese Werke waren zwar keine echten Denkmaschinen, aber sie verdeutlichten, dass komplexes Verhalten durch geeignete Mechanik nachgebildet werden konnte.
Der entscheidende Schritt zur modernen künstlichen Intelligenz entstand jedoch erst mit der Entwicklung der formalen Logik und der Rechenmaschinen. Im neunzehnten Jahrhundert entwarfen Mathematiker und Ingenieure immer leistungsfähigere Geräte und theoretische Modelle. Charles Babbage etwa plante die Analytical Engine, eine universelle Rechenmaschine, die allerdings zu seiner Zeit nicht vollständig gebaut wurde. Solche Entwürfe zeigten bereits, dass sich symbolische Operati