: Ines Vitouladitis
: Alaska Kisses | Eine cozy Fake Dating Romance in charmantem Kleinstadt-Setting
: dp Verlag
: 9783690904490
: Snowport Falls
: 1
: CHF 7.00
:
: Erzählende Literatur
: German
: 247
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Ein ungeplanter Wintertrip, ein riskanter Deal und ein Mann, der ihr Herz inmitten von Schneechaos und alten Wunden schmelzen lässt
Eine gemütliche Small Town Lovestoryüber echte Gefühle und die Frage, ob man für die Liebe alles riskieren darf 

Becca Clarke hasst Schnee, ihren Geburtstag und Männer. Doch als sie widerwillig nach Snowport Falls reist, wird sie genau mit diesen drei Dingen konfrontiert und das mit voller Wucht. Eigentlich soll sie nurüber ein Schlittenhunderennen berichten, bis der charmante, viel zu gut aussehende Cameron ihre beruflichen Pläne ins Wanken bringt. Ein spontaner Deal scheint die perfekte Lösung: Becca spielt seine neue große Liebe, um seiner Ex eins auszuwischen, und im Gegenzugöffnet Cameron ihr die Türen zu einer exklusiven Story. Was als harmlose Täuschung beginnt, wird jedoch schnell gefährlich echt. Nähe, die sie nie zugelassen hat, rührt an alten Wunden, die Becca längst hinter sich gelassen glaubte. Als ein unbedachter Artikel alles zerstört, steht sie vor einer Entscheidung, die ihr Leben verändern könnte: Soll sie ihre Karriere retten– oder für die Liebe einstehen, die sie nie gesucht, aber vielleicht endlich gefunden hat?

Alle Bände der Reihe sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

Erste Leser:innenstimmen
„Der zweite Teil der Snowport Falls Reihe. Ines Vitouladitis entführt uns wieder in die wunderschöne Kleinstadt in Alaska. Liebe pur, wunderschön geschrieben. Klare Leseempfehlung!'
Diese gemütliche Winterromance mit Fake-Dating-Trope hat mich mitten ins Herz getroffen. Warm, humorvoll undüberraschend tief.
Enemies to Lovers im Schnee– dieser Liebesroman hat mich vom ersten Kapitel an gepackt. Eine berührende Liebesgeschichte, die unter die Haut geht.“
Eine wholesome Small Town Romance mit zauberhaftem Setting– perfekt für alle, die sich in einer verschneiten Kleinstadt verlieren möchten.“



Ines Vitouladitis, geboren im Dezember 1987, ist verheiratet, Mutter von vier tollen Kindern im Kleinkind- bis Teenageralter, gelernte Kinderpflegerin und Autorin mit Herzblut. Sie lebt mit ihrer Familie im ländlichen Elsdorf, nutzt ihre Freizeit vor allem zum Schreiben neuer Geschichten und ist schon seit der Grundschulzeit ein großer Bücherfan, woraus schließlich der Wunsch entstand, eigene Romane zu verfassen. Mit 13 Jahren begann sie, nach einigen Gedichten und Kurzgeschichten, erste Manuskripte zu schreiben.
Seit 2020 geht sie ihrer großen Leidenschaft nach und veröffentlicht  regelmäßig Bücher im Romantasy- und Romance-Bereich. 

Kapitel 1

Fuck.

Fuck, Fuck, Fuck!

Als ich ihn zwischen den Fingern halte, springt mein Kugelschreiber plötzlich in all seine Bestandteile auseinander und rollt in unterschiedliche Richtungen davon. Hierhin die Feder, dorthin die Miene, dahin das Gehäuse. Unbewusst drehe ich beim Nachdenken und Schreiben immer wieder daran herum und löse so dabei die Verbindung zwischen den einzelnen Teilen. So ist es mir schon zu Schulzeiten ergangen. Der Clip hat sich bereits vor einer guten Stunde verabschiedet und ist, nachdem ich ihn versehentlich abgebrochen habe, irgendwo im Chaos meines Büros verschwunden, zwischen Heftklammern, leeren Kaffeetassen, Kabeln, Notizzetteln, gelben Markern und etlichen zusammengeknüllten Papieren.

Wobei der BegriffBüro etwas hochgegriffen ist für die kleine Abstellkammer neben meinem WG-Zimmer, in der wir zuvor den Staubsauger, Putzmittel, Alkohol und jede Menge Kram, der keinen festen Platz hatte, aufbewahrten. Nicht mal für ein Fenster hat es gereicht, aber hey, es klingt verdammt professionell, wenn ich von meinem Büro spreche. Auch wenn es nur ein winziges Privileg ist. Seufzend sammle ich die einzelnen Stücke des Kugelschreibers ein und entscheide mich spontan, alles in denüberquellenden Mülleimer unter meinem Schreibtisch wandern zu lassen. Die Dinger zusammenzubauen, kostet einfach zu viel Energie, wenn man mal ernsthaft darüber nachdenkt, dass man sie im Supermarkt für neunundneunzig Cent pro Zehnerpack bekommt.

Ich werfe einen prüfenden Blick auf das, was ich vor dem Kuli-Mord geschrieben habe: wenige Worte, dagegen viele Striche, die eben jene durchkreuzen. Deshalb ziehe ich das Papier jedem Computer vor. Ich genieße es, zu sehen, wie ein echter, handfester Zettel mit echten, handgeschriebenen Buchstaben zu etwas wird, das die Menschen später begeistert; ebenso wie ich den bittersüßen Schmerz genieße, Worte durchzustreichen, die mir nicht gefallen. Es ist wesentlich dramatischer und stilvoller, Handschrift durchzustreichen, als abgetippte Buchstaben zu löschen. Nach Letzterem bleibt schließlich nur eine reine weiße Seite zurück, als hätten die Worte darauf nie existiert.

Leider sieht vor allem mein Chef Leroy das anders und kratzt sich jedes Mal auf ein Neues den nervösen Ausschlag auf seiner Stirn blutig, wenn ich ihm in der Entstehungsphase ein Blatt Papierüber den Schreibtisch schiebe, das bereits mehrfach zerknüllt, beschrieben und wieder auseinandergefaltet wurde.

Kopfschüttelnd schiebe ich meinen Bürostuhl an den Schreibtisch, mache einen großen Schrittüber den Staubsauger, der hier leider immer noch sein trauriges, einsames Dasein fristet, undöffne die Tür, um in den weiß gefliesten WG-Flur zu stolpern.

„Ich gehe Stifte kaufen, brauchst du was?“, rufe ich durch die Wohnung, während ich den Schlüssel von der Kommode in die Hosentasche stecke.

Es dauert nicht lange, bis Duffy ihren Kopf zur Wohnzimmertür herausstreckt und mich skeptisch ansieht. Ihre Haare erstrahlen in einem leichten Zuckerwatterosa und sind zu zwei kurzen Zöpfen geflochten, die ihr bis knapp unter das Kinn reichen.

„Schon wieder Stifte?“, fragt sie.

„Schon wieder Haare gefärbt?“, gebe ich zurück.

„Ja, heute Morgen.“ Sie lächelt verträumt.„Weißt du, Becca, da ist dieser Typ, und er liebt rosa…“

Abwehrend strecke ich ihr die Hände entgegen.„Verschone mich mit deinen gruseligen Tinder-Typen. Die Energie, die du darin investierst, ist absolut nicht gesund.“ Schnell schlüpfe ich in meine Turnschuhe und die fransige graue Jeansjacke, die ich letzten Monat auf dem Flohmarkt für traumhafte vier Dollar erstanden habe.

„Jede Woche ein Dutzend Stifte zu verschleißen, ist auch nicht gesund!“, ruft Duffy mir noch semischlagfertig nach, als ich die Haustür ins Schloss ziehe und die fünf Etagen ins Erdgeschoss laufe. Das Wohnen in einem Hochhaus ohne Aufzug kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen, der sportlich fit bleiben will, aber kein Geld hat, ein Abo in der Muckibude zu bezahlen. Zumindest die Beine kommen so auf ihre Kosten, für die Arme kann man gegebenenfalls auf schwere Einkäufe zurückgreifen.

Unten angekommen weht mir nach demÖffnen der schweren Eingangstür bereits feuchter Wind entgegen, der für meinen Geschmack viel zu kalt ist. Der Herbst, und vor allem der darauffolgende Winter können mir mit ihrem Sturm, Regen und Schnee gestohlen bleiben, so wie auch alle anderen Tage, an denen das Thermometer Temperaturen unter zwanzig Grad anzeigt. Noch weigere ich mich hartnäckig, mir einzugestehen, dass der Winter unmittelbar vor der Tür steht. Deshalb trage ich an diesem regnerischen und windigen Tag im Spätoktober stur die Jeansjacke, anstatt sie allmählich gegen etwas Wärmeres und Wetterfesteres einzutauschen.

Kaum betrete ich den Gehsteig vor dem Haus, empfängt mich das bunte, laute, wilde und manchmal chaotische Stadtleben Aria Heights wird nicht umsonst die kleine Schwester von New York City genannt. Die große Vielfalt an Restaurants und Bars, Museen und Wolkenkratzern sowie der Aria Heights Park können meiner Meinung nach ganz gut mit dem Big Apple mithalten, auch wenn unsere Einwohnerzahl nicht annähernd mit seiner zu vergleichen ist.

Ob ich generell ein Stadtmensch bin, ist schwer zu sagen, aber irgendwann hat sich die Vorstellung in meinem Kopf festgesetzt, dass junge, aufstrebende Journalistinnen eben zwingend in solchen Großstädten wohnen müssen. Als würde es dazugehören– genauso wie Coffee to go Becher, auf denen der eigene Name falsch geschrieben ist, so einfach er auch sein möge,überteuertes Take-away Food und die klobige Spiegelreflexkamera um den Hals. Und wenn es schon nicht New York City sein kann, dann zumindest Aria Heights.

Als mein Zuhause bezeichne ich die Stadt, in der ich arbeite und wohne, jedoch nicht. Es ist mehr die Anonymität der Massen, die dafür sorgt, dass ich hier bin. Das Gefühl, eine von vielen zu sein. Ich kann nur erahnen, wie es sich anfühlt, ein richtiges Zuhause zu haben, einen Ort, an den man gerne immer wieder zurückkommt, an dem man sich rundum wohlfühlt. Dieses Privileg ist eindeutig nicht jedem vorbehalten.

Nur wenige Meter von dem Haus entfernt, in dem meine Mitbewohnerin wahrscheinlich gerade vor dem Spiegel für neue potenzielle Tinder-Profilfotos posiert, betrete ich den besten Supermarkt der Welt. Oder zumindest den besten, den ich kenne. ImAria‘s Superstore gibt es einfach alles. Neben Zeitschriften, Last-minute-Geschenken, Hackfleisch und frisch importierten Südfrüchten befindet sich ein schmales rotes Regal mit allem, was mein kleines Journalistenherz höherschlagen lässt: Collegeblöcke, Post-its in al