: Frank Kralemann
: Die Handlungslandschaft Wie du die Topografie deines Verhaltens neu kartierst
: Books on Demand
: 9783695756193
: 1
: CHF 6.50
:
: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 202
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Warum scheitern gute Vorsätze so oft? Warum fällt es uns so schwer, alte Gewohnheiten zu durchbrechen und neue Verhaltensweisen zu etablieren? Die Antwort liegt in der Topografie unseres Verhaltens,einer inneren Landschaft aus Tälern, Bergen, Pfaden und Sümpfen, die unser Handeln prägt. Frank Kralemann entwickelt in diesem Buch eine faszinierende Metapher, die auf neuesten Erkenntnissen aus Neurowissenschaft, Psychologie und Komplexitätsforschung basiert: die Handlungslandschaft. Sie zeigt, warum manche Verhaltensweisen mühelos sind wie das Rollen in ein Tal, während andere sich anfühlen wie das Erklimmen eines steilen Berges. Sie erklärt die Schwerkraft der Gewohnheit, die Sümpfe der Prokrastination und die Energie-Ökonomie unseres Gehirns. Doch dieses Buch bietet mehr als Erklärungen. Es ist ein praktischer Wegweiser für alle, die sich verändern wollen. In 25 Kapiteln lernen Sie, Ihre persönliche Handlungslandschaft zu kartieren, neue Pfade anzulegen und die geologischen Kräfte zu nutzen, die Ihr Verhalten über Zeit umformen können. Sie erfahren, wie Sie Reibung reduzieren, Motivation als Rückenwind nutzen und Seilschaften bilden, die Sie auf Ihrem Weg unterstützen. Wissenschaftlich fundiert, metaphorisch reich und praktisch umsetzbar, ein Buch für alle, die verstehen wollen, warum Veränderung so schwer ist, und die dennoch bereit sind, aufzubrechen. Sie sind nicht getrennt von Ihrer Veränderung. Sie sind Ihre Veränderung. Der Prozess des Wandelns ist nicht etwas, das Ihnen widerfährt. Er ist, wer Sie sind."

Frank Kralemann hat schon viele Bücher geschrieben. Er ist Teilzeit Rentner. Frank Kralemann ist Vater und Großvater und lebt in der Nähe des Teutoburger Waldes. Wenn er Zeit hat, läuft er gerne in der schönen Natur.

EINLEITUNG


Die Landkarte, die Sie nicht kannten

Der Weg ist das Ziel.

Konfuzius

Es war ein gewöhnlicher Dienstagmorgen, als mir klar wurde, dass ich mein Leben ändern musste. Ich saß in meinem Arbeitszimmer, umgeben von Stapeln unerledigter Arbeit, den dritten Kaffee des Morgens in der Hand, und scrollte durch mein Smart-phone. Wieder einmal. Die Deadline für einen wichtigen Artikel war in drei Tagen, und ich hatte noch nicht einmal angefangen. Nicht wirklich jedenfalls. Ich hatte recherchiert. Ich hatte Notizen gemacht. Ich hatte das Gefühl gehabt, etwas zu tun. Aber das Dokument auf meinem Bildschirm war noch immer erschreckend leer.

Ich kannte dieses Muster. Nach über drei Jahrzehnten als Auf-schieber, kannte ich es besser, als mir lieb war. Und ich kannte auch die wissenschaftliche Literatur über Prokrastination - ich hatte selbst darüber geschrieben. Ich wusste, dass es kein Charakterfehler war, keine Faulheit, keine Schwäche. Ich wusste um die Rolle des präfrontalen Kortex, um das dopaminerge Beloh-nungssystem, um die neurobiologischen Grundlagen der Auf-schieberitis. Und doch: Dieses Wissen half mir nicht. Es war, als würde man einem Ertrinkenden erklären, wie Schwimmen theoretisch funktioniert.

An jenem Dienstagmorgen stieß ich auf einen Artikel über die Attractor-Landscape-Theorie - ein Konzept aus der Komplexi-tätsforschung, das Verhaltenswissenschaftler zu nutzen begannen, um zu verstehen, warum Veränderung so schwer ist. Und plötzlich hatte ich ein Bild vor Augen. Nicht eine Theorie, nicht eine Formel, sondern ein Bild: eine Landschaft. Hügel und Täler. Pfade und Sümpfe. Berggipfel und schwarze Löcher. Und ich - irgendwo darin, mühsam einen steilen Hang hinaufkrabbelnd, während die Schwerkraft mich unerbittlich zurück ins gemütliche Tal der Prokrastination zu ziehen versuchte.

In diesem Moment wurde aus einer wissenschaftlichen Metapher eine lebendige Karte meiner eigenen Psyche. Ich begann zu verstehen, warum manche Verhaltensweisen so mühelos sind und andere so anstrengend. Warum ich morgens ohne nachzudenken zum Smartphone griff, aber jedes Mal einen inneren Kampf führen musste, um ins Fitnessstudio zu gehen. Warum gute Vorsätze meist nach wenigen Wochen scheiterten. Warum es sich manchmal anfühlte, als würde ich durch knietiefen Morast waten, während andere scheinbar mühelos ihre Ziele erreichten.

Die Handlungslandschaft - so nannte ich diese innere Topografie - wurde zu meinem Kompass. In den folgenden Monaten las ich alles, was ich über die wissenschaftlichen Grundlagen finden ko