: Nob Shepherd, Phillip Ahrberg, Josh Thorne, Sonja Dörr, Christian Bocksch, Johanna Brauner, Daniel B
: Marcellus Menke
: 2048 Kurzgeschichten über die Zukunft
: Books on Demand
: 9783695704590
: 1
: CHF 5.30
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 172
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Elf Kurzgeschichten über die Zukunft finden sich in diesem Band. Die Zusammenstellung ist das Ergebnis des Schreibwettbewerbs »Zukunft schreiben« des Career Service der Universität Siegen. Ausgewählt von der studentischen Jury spiegeln die Texte ganz aktuell mit ihren zentralen Themen und Motiven Zukunftsvisionen in die literarische Form der Kurzgeschichte. Dabei scheint immer auch die Gegenwart, der sie entstammen, durch: technisch durchgesetzte soziale Kontrolle, Künstliche Intelligenz, Umweltzerstörung, Automatisierung, Popkultur, Lebensphase hohes Alter. Texte von: Nob Shepherd, Phillip Ahrberg, Josh Thorne, Sonja Dörr, Christian Bocksch, Johanna Brauner, Daniel Blokesch, Leila Elowyn, Yannik Raasch, Max Anders und Dana Kopsan­­.

Norbert Schäfer, geboren 1963 in Dortmund, lebt seit vielen Jahren mit seiner Familie in seiner Wahlheimat Hamburg. Früher hauptberuflich in der Dienstleistungsbranche für Wirtschaftsdaten tätig, befasst er sich nun mit dem Verfassen von Storys zu spannenden Anthologien, vornehmlich aus den Genres Krimi und Science-Fiction. Unter dem Pseudonym Nob Shepherd veröffentlicht der Autor Kurzgeschichten aus dem Leben des intergalaktischen Privatermittlers Jonas Kelabassi. Über seinen Facebook-Account freut er sich auf den Austausch mit Lesern, Schreibern und Verlegern.

Wo die Zukunft beginnt


Gedanken zu Zeit, Zeitlichkeit, Schreiben und beruflicher Perspektive

Die Zukunft beginnt irgendwo in der Vergangenheit, hat irgendwo in der Vergangenheit begonnen, denke ich oft, wenn ich auf die Zeit schaue, die vergeht, die vergangen ist, in meinem Leben, in meiner Generation, auf dem Kontinent, auf dem ich lebe und auf den Kontinenten, von denen ich aus Erzählungen und Bildern weiß; bewegten und unbewegten, gegenwärtigen und vergangenen, Zuständen des Systems, das wir die Welt nennen, oder den Kosmos. Ich in der Welt.

Vielleicht begann die Zeit damit, dass wir anfingen sie zu zählen. Das wäre so ein Gedanke. Die Tage, die Wochen und Monate, die Stunden, Minuten und Sekunden. Hinweise auf dieses Bewusstsein von Zeit und Zeitlichkeit findet sich schon in dem, was wir an allerersten Spuren finden, von den frühen Menschen, in Zeichnungen an Höhlenwänden zum Beispiel oder in hinterlassenen Werkzeugen, in Gebrauchsgegenständen und Grabbeigaben. Ich habe ein paar Semester Ur- und Frühgeschichte studiert. Ganz am Anfang meines Studiums. Das ist schon einige Zeit her, genau genommen schon sehr lange, zumindest in den Maßstäben der Spanne meines Lebens. Aber es war der Versuch, heranzukommen an diesen Entstehungspunkt von Mensch, Menschheit und menschlichem Bewusstsein, dem über sich, von sich selbst und der Welt, in der wir sind, geworfen sind, zu wissen.

Wir erfahren uns in der Zeit, im Ver-gehen, wir die Geh-Wesen, die mit dem aufrechten Gang, der unsere vorderen Extremitäten zum Werkzeuggebrauch frei machte und den Mund frei zum Sprechen und damit das Denken ermöglichte. Evolution. Wir erfahren uns im Bewegen, im Bewegten, in der Bewegung; unserer und die der Welt in der wir sind. Die Physik hat daraus eine ganz einfache Definition der Zeit gemacht: Zeit ist das, was die Uhr anzeigt. Irgendwieso hat Albert Einstein das mal gesagt und ich denke an den feinen Sekundenzeiger, der sich über das Zifferblatt der Taschenuhr meines Großvaters bewegt, natürlich nur, wenn ich die Feder des mechanischen Uhrwerks aufgezogen habe.

Zeit ist Bewegung und periodische Bewegungen kann ich zählen. Zeit und Zählen sind Geschwister. Lange Zeit war es die periodische Bewegung der Sonne, ihr Auf- und Untergehen, deren Zählung die Zählung der Tage wurde, zusammengefasst zu Wochen, Monaten, Jahren; strukturiert vom Wechsel der Jahreszeiten und der Bewegung so auffälliger Gestirne wie dem Mond. Im Laufe