Kapitel 1
„Bei Voromals schwarzer Höllenbrut!“, fluchte Torac Norrik herzhaft auf, als sein Stiefel einmal mehr im schwarzen Morast des tückischen Untergrundes versank und darin stecken blieb. „Das darf doch einfach nicht wahr sein! Gibt es denn keinen sicheren Ausweg aus diesem stinkenden und von allen Göttern verlassenen Flecken Land?“
Joran hielt neben seinem aufgebrachten Jugendfreund inne, der knurrend und schimpfend sein linkes Bein aus dem faulig riechenden Moorloch zu zerren versuchte, in das es fast drei Handbreit tief eingesunken war. Für gewöhnlich hätte der junge Ritter eine fast kindische Schadenfreude empfunden, seinen seit vielen Stunden unaufhörlich zeternden Gefährten abermals in eine verborgene Schlammfalle treten zu sehen; doch auch an ihm waren die ständigen Rückschläge und enttäuschten Erwartungen der vergangenen Tage nicht vorübergegangen, ohne ihre hässlichen Spuren zu hinterlassen, sodass ihm das Unglück des ständig murrenden und jammernden Himmelsritters längst kein neckisches Vergnügen mehr bereitete. Vielmehr ärgerte er sich zunehmend über dessen Unaufmerksamkeit, die ihn immer wieder von neuem in müssige Missgeschicke tappen liess.
„Lass mich dir helfen, Rac“, anerbot er sich trotz allem höflich und legte eine Hand auf die verkrampfte Schulter seines Freundes.
Torac aber wusste seine Geste nicht zu würdigen und, wütend wie er war, schlug er Jorans dargebotene Hand zur Seite. „Du brauchst nicht immer gleich herbeizuspringen wie eine fürsorgliche, alte Glucke, wenn dieser vermaledeite sumpfige Untergrund einmal mehr danach trachtet, meine Füsse zu verschlingen, verflucht!“, fauchte der blonde Sepharier seinen Freund über die Schulter hinweg an. „Ich bin kein kleines Kind mehr, das immerzu umsorgt und verhätschelt werden muss. Ich weiss mir sehr wohl selbst zu helfen, darum lass mich in Frieden.“
Verdrossen wich Joran ein wenig zurück und verkniff sich einen bissigen Kommentar, da er e