: Konrad Gladius
: Der Schwertgeselle
: Books on Demand
: 9783695703456
: 1
: CHF 3.50
:
: Fantasy
: German
: 252
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eigentlich war die Reise, auf die sein Herr und Ludger sich begaben, geradezu alltäglich. Für die Prinzessin sollten Ritter und Knappe zusammen mit einem Dutzend Berittener das Ehrengeleit zu einer Taufe bilden. Doch der heimtückische Hinterhalt eines skrupellosen Feindes kostet viele der Bewacher das Leben. Ludger trauert um den toten Lehrherren und seine durch die Flucht aus der Schlacht verlorene Ehre. Dann erscheint ihm ein Zeichen am Nachthimmel und nur mit des Herren Schwert und seiner Entschlossenheit bewaffnet zieht er los, um die Prinzessin aus den Händen des Schurken zu befreien. Sein Abenteuer gestaltet sich jedoch anders als erwartet, denn nicht jede Fürstentochter verdient es, von einem Helden gerettet zu werden ..."Der Schwertgeselle" ist ein Roman für all jene, welche in die faszinierende Welt des Mittelalters eintauchen wollen. Neben detailgetreuen Beschreibungen der Lebensweise wird so manche mittelhochdeutsche Redewendung von ihren Ursprüngen her erläutert. Kampfkunstautor Konrad Gladius gewährt zudem einen tiefen Einblick in die Kampftechniken des alten Europa, die an Effektivität in der Schlacht fernöstlichen Kriegskünsten allemal ebenbürtig waren.

Konrad Gladius ist Kampfkünstler, Selbstverteidigungslehrer und Schriftsteller. Sein Leben hat er der Kampfkunst zur Selbstverteidigung verschrieben. Als Autor bietet er faszinierende Einblicke in die Welt der Martial Arts. Mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung im unbewaffneten und bewaffneten Nahkampf bilden seine Grundlage, um sich an ein Themengebiet zu wagen, das fast kein deutschsprachiger Romanschreiber im Blick hat."Der Schwertgeselle" ist der achte Roman aus seiner Feder.

Kapitel 1 – Ein bedeutender Sieg


Zu meiner Zeit wussten wir noch genau, wie der Wert eines Weibes gemessen werden musste. In erster Linie entschied ihre Schönheit darüber, ob es sich lohnte, für einWip zu kämpfen. Exotische Damen fielen auf und wurden daher von den Herren bevorzugt. Die Tochter eines portugiesischen, bretonischen oder schwedischen Fürsten war allemal eine hervorragende Partie hier in der Mitte desSacrum Romanum Imperium, des „Heiligen Römischen Reiches“. Mehren konnte eine Frau ihren Wert noch durch die Heirat mit einem mächtigen Mann. Ihr fragt euch sicher, warum ich euch dies erzähle? Das ist recht einfach, weil meine erste Erinnerung an jene Ereignisse von einemWip bestimmt sind.

Der damals größte und stärkste Schildknappe im Herzogtum hatte mit einer jungen Dame zu tun. Ja, mit dem, was ihr als 1,68 benennt, war ich fast genauso groß wie mein Ritter. Und ich war ebenso breit wie er. Sicherlich würden das dereinst die edlen Fräuleins schätzen. Das wusste ich schon in jenen Tagen und übte mich in derMinne. Aber dieses Weib, von dem ich euch jetzt erzähle, schien direkt aus der Hölle gekrochen zu sein, um die Männer um den Verstand zu bringen.

Es war die Prinzessin Coletta, Tochter des Herzogs von Teck, Konrad I., und ihm sein liebstes Kind. Ihre Mutter stammte von einem bretonischen Fürstenhof, was der Prinzessin mit den langen, schwarzen Haaren den außergewöhnlichen Reiz verlieh, den es benötigte, um den hohen Wert durch ihre edle Geburt passend hervorzuheben. Ja, die 19 Lenze zählende Coletta, die ihre Stellung sehr bewusst lebte, war eine echte Schönheit. Vielleicht sogar das schönste Weib, welches ich je erblicken durfte, und eine Furie, wie ich nie wieder eine erleben sollte. Vermutlich war dies einer der Gründe, warum sie immer noch nicht vermählt worden war.

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