: Lisa-Marie Irschik
: Gerettet und geliebt Karlo& Alice - zwei Hunde aus Rumänien, deren Geschichten das Versagen und die Hoffnung im europäischen Tierschutz sichtbar machen - eine bewegende Dokumentation mit Stimmen unter anderem von Sebastian Everding, PETA Deutschland, Tom Putzgruber und der EU-Kommission - aus unterschiedlichen Blickwin
: Books on Demand
: 9783695123681
: 1
: CHF 8.80
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: Gesellschaft
: German
: 486
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Rumänien: ein Land, in dem unzählige Hunde auf der Straße oder in überfüllten Sheltern ums Überleben kämpfen. Hinter den Mauern dieser Einrichtungen verbergen sich Zustände, die kaum jemand kennt und die selten den Weg in die Öffentlichkeit finden. Mitten in diesem Elend stehen Karlo und Alice: zwei Hunde, deren Schicksale stellvertretend für Millionen vergessener Seelen stehen. In Gerettet und geliebt verbindet Lisa-Marie Irschik berührende Erfahrungsberichte über ihre adoptierten Hunde mit einer schonungslosen Analyse der Situation vor Ort. Authentische Geschichten, tiefgehende Einblicke und sorgfältig recherchierte Hintergründe zeigen eindrucksvoll: Tierschutz ist keine Frage von Mitleid allein, sondern von Menschlichkeit, Politik und Verantwortung. Unterstützt von Sebastian Everding, Nathan Goldblat und Tom Putzgruber entsteht ein vielschichtiges Bild des europäischen Tierschutzes: aufwühlend, ehrlich und voller Mitgefühl. Das Buch wirft einen Blick hinter die Kulissen von Organisationen wie Hund im Glück, Tierhilfe Hoffnung, Vier Pfoten, PETA, TASSO und vielen anderen. Es zeigt nicht nur das Leid, sondern auch die Hoffnung und macht deutlich, welche Verantwortung Europa trägt. Wie kann man wirklich helfen? Das Buch gibt Antworten: Es erklärt, wie eine Adoption aus Rumänien funktioniert, wie verletzte Hunde wieder Vertrauen lernen und wie jeder Einzelne handeln kann. Die beigelegte Petition macht Engagement greifbar: eine konkrete Einladung, Hoffnung in Bewegung zu verwandeln. Gerettet und geliebt ist eine bewegende Dokumentation über Grausamkeit, Hoffnung und die Kraft von Liebe und Einsatz. Sie bietet Einblicke in den Alltag mit zwei Hunden aus Rumänien, deckt Missstände in Tierheimen und Behörden auf, zeigt internationale Perspektiven von NGOs und Aktivisten und gibt Wege zur Veränderung an die Hand. Ein Buch für alle, die Tiere lieben, und für alle, die verstehen wollen, warum Tierschutz in Europa noch immer ein Kampf ist. Veränderung ist möglich, wenn wir nicht wegsehen.

Lisa-Marie Irschik wurde 1997 am Rande des baden württembergischen Franken geboren, wo sie auch heute noch gemeinsam mit ihrer Familie, Michael, Alice und Karlo, lebt. Schon früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben. Heute arbeitet sie als Journalistin sowie Autorin und möchte mit ihren Texten Menschen berühren, bewegen und miteinander verbinden. Für sie bedeutet Journalismus weit mehr als reine Berichterstattung, er ist Brücke, Erinnerung und Inspiration zugleich. Seriöser Journalismus kann an andere gedenken, Aufklärung leisten oder einfach Freude schenken. Denn hinter jeder Geschichte steht ein Mensch, der Außergewöhnliches leistet und jede Zeile erzählt ein Stück gelebtes Leben. Auf ihrem Blog www.zweite-ebene.de gewährt Lisa-Marie Einblicke in ihre tägliche Arbeit, ihre Gedanken und ihre Sicht auf die Welt. Abseits des Schreibens engagiert sie sich mit großem Herzen im Tierschutz. Sie war an zahlreichen Rettungsaktionen beteiligt und unterstützt den Verein Hund im Glück dabei, gerettete Hunde in liebevolle Familien zu vermitteln, auch darüber schreibt sie auf einem eigenen Blog. Zudem gestaltete sie mit viel Hingabe die Website der Leonbergerzucht ihrer Mutter. Ihre Mitmenschen liegen ihr besonders am Herzen, allen voran ihr Lebensgefährte Michael und ihre beiden Hunde Alice und Karlo, denen sie dieses Buch voller Liebe gewidmet hat.

HINTER DEN TOREN DER TÖTUNGSSTATION – REALITÄT DER HUNDE IN RUMÄNIEN


Alexandria, Rumänien. 27. Juni 2025.

Noch bevor in Deutschland die ersten Pendler den Tag beginnen, klingeln die Wecker. Es ist 6:30 Uhr – in Rumänien bereits eine Stunde später. Vor der Tötungsstation von Alexandria wartet ein 39-jähriger Rumäne. Er ist Tierschützer, sein Ziel klar: Gemeinsam mit einem deutschen Team so viele Hunde wie möglich vor dem sicheren Tod bewahren.

„Wir haben ein Gemeinschaftsprojekt gestartet – unser Mutprojekt“, sagt Eva W. vom VereinHund im Glück. Doch hinter diesem nüchternen Begriff verbirgt sich eine brutale Realität. Im sogenannten „Public Shelter“ werden Straßenhunde nach kurzer Frist getötet – selbst Tiere, die einst ein Zuhause hatten.

Warum „Mutprojekt“? Eva erklärt: „Unser Team besteht aus Menschen, die sich schon länger kennen – auch über gegenseitige Patenschaften. So können wir die Rettungen überhaupt finanzieren. Wir nennen es Mutprojekt, weil wir nie wissen, was uns erwartet: Viele Hunde sind krank, die Tierarztkosten können unüberschaubar werden.“

Um 6:31 Uhr deutscher Zeit betritt der rumänische Fahrer die Station. Nur wenige Menschen haben überhaupt Zutritt. Er darf hinein, weil er den dortigen Tierarzt – von allen nur „Vet“ genannt – seit Jahren kennt. Ohne dessen Einverständnis wäre keine Rettung möglich.

„Good morning, I am at PS, waiting for vet.“

Das Tor ist noch verschlossen. Dahinter kauern apathische Hunde, ausgehungert, verstört – und ohne Hoffnung.

„Die Rettung war für uns kaum auszuhalten. Nachricht um Nachricht kam vom Fahrer: welche Hunde heute sterben sollten“, erinnert sich Eva.

Als der Tierarzt schließlich erscheint, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Fahrer holt Hunde aus den Zwingern, lädt sie in den Transporter und schickt Fotos an das deutsche Team. Per Daumen-Emoji fällt die Entscheidung: Wer darf mit, wer bleibt zurück? Nur zwanzig Tiere finden Platz.

„Wir mussten in Sekunden über Leben und Tod entscheiden. Als das Bild eines schwarzen Rüden kam, der noch am selben Tag getötet werden sollte, war klar – er musste unbedingt mit!“

Der Fahrer schreibt:

„He will be put to sleep today. Is from January.“

Der Hund saß seit Monaten dort. Sein Schicksal schien besiegelt – bis das Team spontan entschied.

„Wir reagierten atemlos. Erst, wenn die Hunde sicher in ihren Boxen sitzen und dieser Ort hinter ihnen liegt, können wir durchatmen“, sagt Eva.

Doch die Auswahl bleibt gnadenlos. Der „Vet“ drängt zur Eile.

„Unser Fahrer schickte uns Bilder von zwei weiteren Hunden, die noch am selben Tag sterben sollten – wir mussten sie einfach retten. In solchen Momenten fühlt man sich, als würde man Gott spielen. Es ist kaum auszuhalten.“

Der Druck steigt.

„In 30 min I need to finish. The vet will go“, schreibt der Fahrer.

Nach einer halben Stunde sind erst elf Hunde verladen. Eine Nachricht folgt der anderen:

„They will be put to sleep.“

„The brown one is new, can’t go.“

Zuvor hatte das Team in einem Facebook-Post die gefährdeten Hunde gesehen und erste Entscheidungen getroffen: wer eine Patenschaft erhält, wer eine Chance bekommt. Doch in Alexandr