Zuneigung für ein Wesen zu hegen, das sich strukturell von einem selbst unterscheidet, kommt einer ewigen Götzenverehrung gleich – das habe ich am eigenen Leib erfahren.
„Warum haben Sie mich so geschaffen?“
Im ersten technologischen Wartungsraum der Zentrale von Novae Robotics saß Steve auf einem Stuhl und legte sich eine Hand auf den Bauch, der unter einem Kittel für Wartungszwecke verborgen war. Die Stelle, die Taylor vor Kurzem mit seinem Schuss getroffen hatte, war vollständig wiederhergestellt. Das lähmende Gefühl, das die Emotions-Engine des Amicus ausspuckte, haftete ihm jedoch nach wie vor an und wollte sich immer noch nicht lösen.
Seit der Aufklärung des Perzeptionsverbrechensfalls war ein halber Monat vergangen, doch es fühlte sich so an, als hätten sich all diese Ereignisse erst gestern abgespielt.
„Ich empfinde nur Stolz, was dein inneres Wachstum angeht. Egal, was andere dazu sagen.“ Professor Lexie Willow Carter, bei der es sich sozusagen um seine Mutter handelte, lächelte Steve an.
Sie hatte soeben die Analysekapsel gestartet, die nun ein Surren von sich gab. Mit ihrem tiefschwarz glänzenden Gehäuse erinnerte sie an einen Sarg. Es war ja auch wirklich so, dass sie eine Art Ersatz dafür darstellte.
„Darüber bist du dir bestimmt schon im Klaren, aber ich weiß nicht, wann ich dich wieder aufwecken kann. Offiziell heißt es: ‚Wenn der Grund für die Unregelmäßigkeit in deinem Nutzenfunktionssystem bestimmbar ist, besteht die Möglichkeit einer Wiederinbetriebnahme.‘“ Auf einen Knopfdruck Lexies hin öffnete sich leise die Einstiegsluke der Kapsel. „Mit dir war von Anfang an alles in Ordnung, die anderen wissen es nur nicht. Auf E-Ermittlerin Hiedas Hologramm zu schießen, war zweifellos eine ganz normale Reaktion. Die gesuchte Ursache für dein Handeln wird sich wohl kurzfristig nicht finden lassen.“
Damit sagte die Professorin dem Amicus, dass er vielleicht für eine ganze Weile gezwungen wäre zu schlafen.
„Das ist mir gleich.“ Steve bedeckte sich mit beiden Händen die Augen. „Mir wäre es sogar lieber, wenn Sie mich gar nicht mehr aufwec