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WEIL JEDER GUTE ALPTRAUM IRGENDWO ANFANGEN MUSS
„Alles begann mit einer dieser skurrilen Legenden, wie sie wohl nur in einer Stadt wie Bonn entstehen können – der sagenumwobene goldene Apfel von Bonn.“
„Märchen hatten mich nie wirklich interessiert. Vielleicht, weil ich als Kind keines davon gelesen hatte, oder vielleicht, weil sie mit zunehmendem Alter immer absurder und unheimlicher wirkten, als sie eigentlich sollten. Doch an jenem verregneten Abend, als ich entlang des alten Brassertufers schlenderte, beschlich mich das Gefühl, dass an ihnen mehr dran sein könnte, als ich je geglaubt hatte.“
Der Regen war so unvermittelt gekommen, wie er in Bonn oft kam. Eine Sekunde Nieselregen, in der nächsten ein Wolkenbruch, der jeden dazu zwang, Schutz zu suchen. Ich klappte meinen Schirm auf und trat in den Schein einer Straßenlaterne. Dort stand eine alte Frau. Sie war in der Dunkelheit schlecht zu sehen, ihr Körper kaum mehr als ein Schatten, der sich gegen das fahle Licht der Straßenlaterne abzeichnet. Ihr Mantel war lang, altmodisch und dunkel, aber nicht nass – obwohl der Regen unaufhörlich auf uns niederpra