: Simon-Philipp Vogel
: Das Leben des Liedermachers Warum Kreativität keinen Zweck braucht
: Books on Demand
: 9783695170128
: 1
: CHF 4.80
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 110
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Leben des Liedermachers - Warum Kreativität keinen Zweck braucht ist ein sachlich-persönliches Buch über die Freiheit, etwas um seiner selbst willen zu tun. Statt Produktivitätsdruck, Zielmetriken und Selbstoptimierung rückt es jene Momente in den Mittelpunkt, in denen Arbeit Sinn macht, ohne Zweck zu haben: Flow, Spielfreude, Neugier. Anhand kurzer, präziser Kapitel zeigt das Buch, wie wir die binäre Falle (Erfolg/Misserfolg) verlassen, Arbeiten ohne Zweck zulassen, innere Stimmen erkennen und Hürden leiser stellen. Es lädt dazu ein, Ergebnisse nicht nur nach Sichtbarkeit zu bewerten, sondern nach Erfahrung und Echtheit - auch auf kleiner Bühne. Für Kreative, Musiker:innen, Autor:innen und alle, die ihr Tun selbstbestimmter gestalten wollen: pragmatisch, undogmatisch, ermutigend.

Simon-Philipp Vogel (geb. 1985) lebt und arbeitet im Raum Würzburg. Er ist gelernter Versicherungskaufmann, studierter Betriebswirt und arbeitet heute als Sachverständiger für Gebäudeschäden. Sieben Jahre schrieb er nebenberuflich für die Main-Post, vor allem in der Sportredaktion - eine Zeit, die seine Beobachtungsgabe und Sprache geprägt hat. Seit über zwanzig Jahren ist er zudem als Liedermacher aktiv und veröffentlicht eigene Musik. In seinem Podcast Liedermacherleben spricht er über Kreativität, Sinn und den künstlerischen Prozess. Aus dem Zusammenspiel von rationaler Berufswelt, journalistischer Genauigkeit und schöpferischer Freiheit entstand das Buch: Das Leben des Liedermachers - Warum Kreativität keinen Zweck braucht. Ein Buch, das psychologische und philosophische Gedanken mit persönlichen Erfahrungen verbindet - als Einladung, Kreativität als Haltung zu begreifen.

Teil I – Die Währung des Tuns


Alles muss sich lohnen


Ab dem Moment, in dem wir zum ersten Mal eine Schule betreten, werden wir beurteilt. Von da an lernen wir, Nutzen und Ertrag gegen Aufwand und Kosten abzuwägen. Jeder, der einmal eine Prüfung geschrieben hat, kennt das nagende Gefühl kurz davor – die Frage:Wo lasse ich eine Lücke?

Nach der Schule, im Studium oder im Beruf geht es weiter. Nur heißen die Maßstäbe nun anders: Verkaufszahlen, Leistungskennziffern, Zielvereinbarungen. Und auch wir selbst beginnen zu bewerten. Strebe ich eine Beförderung an? Suche ich einen neuen Arbeitgeber? Wie viel verdiene ich pro Stunde? Lohnt es sich?

Das Denken in Bewertung und Ertrag prägt uns tief – es wird Teil unserer Bewältigungsmechanismen, seit jenem ersten Tag in der Schule.

Alles muss sich lohnen. Es muss sich messen, verbessern, rechtfertigen lassen. Es soll Anerkennung bringen – und am besten sichtbar Erfolg zeigen. Doch wo findet Kreativität in diesem System ihren Platz? Was geschieht mit ihr, wenn alles auf diese Schlagworte reduziert wird?

Vielleicht liegt das Ziel an einem anderen Ort. Finden wir es heraus.

Selbstoptimierung


„Perfect is the enemy of good” (Voltaire)

Wie ich schreibe, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Ich erinnere mich gut an meine ersten Versuche: In meinem Kopf drängten sich hunderte Ideen, ungefiltert und laut. Sie alle wollten hinaus – am besten sofort. Ohne roten Faden, ohne Ruhe ergoss sich die Kreativität über die Seiten, und das Ergebnis war, wie es sein musste: unausgegoren, überbordend, ohne Halt.

Heute schreibe ich anders. Ich bereite mich vor, fast wie auf ein kleines Ritual. Eine Tasse Kaffee, ein klarer Schreibtisch, ein Moment der Stille. Ich gönne mir das Privileg, kreativ sein zu dürfen – diesesDürfen ist der Unterschied. Es bedeutet, mir Zeit zuzugestehen. Ein Luxus, der mir selbst lange