Der Besuch
Es war eine bitterkalte Februarnacht. Der Boden war mit eisgrauem Frost überzogen; der gespenstische Schein des Halbmondes tauchte die Umgebung in ein spärliches Licht. Der in einen langen Mantel gehüllte Reisende erklomm eine steile, zwischen hohen Mauern hindurch führende Gasse, bis er an ein altes, schmiedeeisernes Tor gelangte, das von vorbeieilenden Passanten in der Regel wenig beachtet wurde. Das Haus dahinter lag nicht direkt an der Straße. Ein kleiner Pfad, etwa fünfzehn Schritte lang, führte zu dem verwitterten, abseits liegenden Gebäude. Ein paar Büsche säumten den Weg zur Eingangstür, die aus massivem Eichenholz bestand.
Der Reisende betrat den mit Raureif bedeckten Weg und näherte sich dem Haus. Er ging durch das Tor, das nicht verschlossen war, ohne zu klingeln. Das Mondlicht ruhte hell und kalt auf der Fassade des Hauses und den vorspringenden Giebeln an der Vorderseite.
Der Ankömmling fühlte sich durch sein Eindringen ein wenig befangen und wollte sich gerade wieder entfernen, als die Tür geöffnet wurde und ein stattlich aussehender Mann in mittleren Jahren vor ihm stand. Er schien wenig erfreut über den ungebetenen Besuch. Doch als der Schein der Flurlampe auf das Gesicht des Besuchers fiel, veränderte sich seine Miene. Freudig überrascht streckte er ihm eine Hand entgegen.
„Bist du es wirklich, Leonard?“ rief er aus und ging ein Stück zur Seite, um den Ankömmling einzulassen. Dieser lüftete seinen Hut und eine Fülle braunen Haares fiel ihm in di