: Birgit Waßmann
: Das Alchymistengesetz
: Books on Demand
: 9783695115099
: 2
: CHF 3.90
:
: Fantasy
: German
: 346
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als der junge Leonard seinen älteren Freund Arthur besucht, ahnt er nicht, was auf ihn zukommt. Arthur befasst sich mit alchimistischen Experimenten und bald ist auch Leonard fasziniert von der Suche nach den verborgenen Geheimnissen der Alchimie. Dass ihre Forschungen mit Gefahren verbunden sind, bemerken die beiden Alchimisten erst, als ein Giftanschlag auf einen Freund von ihnen verübt wird. Ihre geheimen Experimente bleiben auch der Staatsmacht nicht verborgen und sie werden gefangen gesetzt. Dennoch gelingt es ihnen nach kurzer Zeit, wieder frei zu kommen und eine Universalmedizin herzustellen. Als Leonard weiterzieht, trifft er den geheimnisumwitterten Victor von Altenburg, der ihn zu sich auf seinen Herrensitz einlädt. Hier gehen die alchimistischen Forschungen weiter. Leonard muss bald erkennen, dass sein Gastgeber in dunkles Geheimnis verbirgt.

Birgit Waßmann arbeitete in einer Bibliothek und studierte anschließend Pädagogik, bis sie die geheimnisvolle Welt der Spiritualität und Parapsychologie für sich entdeckte. Eine zeitlang war sie auch als mediale Beraterin tätig. Neben Fantasy-Romanen hat sie auch Sachbücher geschrieben, die sich mit spirituellen Krisen befassen.

Der Besuch


Es war eine bitterkalte Februarnacht. Der Boden war mit eisgrauem Frost überzogen; der gespenstische Schein des Halbmondes tauchte die Umgebung in ein spärliches Licht. Der in einen langen Mantel gehüllte Reisende erklomm eine steile, zwischen hohen Mauern hindurch führende Gasse, bis er an ein altes, schmiedeeisernes Tor gelangte, das von vorbeieilenden Passanten in der Regel wenig beachtet wurde. Das Haus dahinter lag nicht direkt an der Straße. Ein kleiner Pfad, etwa fünfzehn Schritte lang, führte zu dem verwitterten, abseits liegenden Gebäude. Ein paar Büsche säumten den Weg zur Eingangstür, die aus massivem Eichenholz bestand.

Der Reisende betrat den mit Raureif bedeckten Weg und näherte sich dem Haus. Er ging durch das Tor, das nicht verschlossen war, ohne zu klingeln. Das Mondlicht ruhte hell und kalt auf der Fassade des Hauses und den vorspringenden Giebeln an der Vorderseite.

Der Ankömmling fühlte sich durch sein Eindringen ein wenig befangen und wollte sich gerade wieder entfernen, als die Tür geöffnet wurde und ein stattlich aussehender Mann in mittleren Jahren vor ihm stand. Er schien wenig erfreut über den ungebetenen Besuch. Doch als der Schein der Flurlampe auf das Gesicht des Besuchers fiel, veränderte sich seine Miene. Freudig überrascht streckte er ihm eine Hand entgegen.

„Bist du es wirklich, Leonard?“ rief er aus und ging ein Stück zur Seite, um den Ankömmling einzulassen. Dieser lüftete seinen Hut und eine Fülle braunen Haares fiel ihm in di